Die Krokodile ruhen gerne auf den Uferböschungen dicht am Flusse. Oft habe ich sie quer über den Strom hin geschossen, oft auch in dichtem Schilf bis auf wenige Schritte angepirscht.

Auf der Stelle tödlich sind beim Krokodil nur Kopf- und Herzschüsse; jedoch lähmen auch alle Schüsse, die die Wirbelsäule treffen, das Tier so, daß es nicht mehr weiter kann.

Es gehört ein guter Schütze dazu, die kleine Hirnschale zu treffen, die wie ein treibendes Stück Borke auf dem Wasser erscheint. Liegt die lange Panzerechse aber breit auf dem trockenen Ufer, so ist sie, wenigstens in der Horizontalen, kaum zu verfehlen und es kommt nur darauf an, für das niedrige Ziel die Entfernung genau zu schätzen und dann in der Vertikalen ganz sorgfältig abzukommen. Solche Treffer, auf zwei bis dreihundert Meter aus Anschlag im Liegen über den Strom hin, haben mich oft erfreut; das Krokodil zeichnet, wenn es getroffen wird, jedesmal, indem es mit dem geöffneten Rachen schnell um sich haut, und darf in der Schußliste notiert werden, auch wenn es noch die gelbe Flut erreicht. Manchmal sieht man den Schwanz eines geschossenen Krokodils beim Näherkommen noch halb am Strand; das Tier gleitet aber bald in die Tiefe und ist wahrscheinlich tot. Aber wer wagt es, den Zackenkamm anzufassen auf die Gefahr hin, im nächsten Moment mit einem Biß belohnt zu werden; denn die Echse ist sehr wohl imstande, nach der eigenen Schwanzspitze zu beißen. — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — —

Es war in der Trockenzeit im Monat September und der Strom hatte seinen niedrigsten Wasserstand.

Zu beiden Seiten sah man hohe Uferböschungen, von denen das Wasser unaufhörlich Erde abbröckelte, um sie mit sich zu führen und weiter unten wieder abzusetzen. Ältere Sandbänke lagen jetzt trocken und boten, weit in den Strom vorgeschoben, den Krokodilen willkommenen Platz zum Mittagsschlaf.

Ansitz im Schilf.

Auf einer solchen Sandbank stand dichtes, hohes Schilfrohr und der Fluß machte gerade vor dem in sich angeschlossenen Rohrgebüsch eine Biegung, so daß es möglich war, sich mit dem Boote lautlos treibend zu nähern, ohne von der anderen Seite gesehen zu werden. Hier hatte ich aus Sand und Rohrstengeln eine Hütte gebaut, und einen Gang durch das Rohr geschlagen, um unbemerkt hineinzukriechen. Der Platz war besonders geeignet, Krokodile, Flußpferde und Wasservögel zu beobachten.

Gegen die Sonne durch ein Flechtwerk geschützt, lag ich oft stundenlang und sah den Tieren zu, die gar nicht merkten, wenn ich von hinten vorsichtig in meine Hütte kroch.

An einem stillen, feierlichen Tage war ich gegen zehn Uhr vormittags auf meinem Posten. Kein Wölkchen stand am Himmel und der Wind, der frühmorgens aus Westen wehte, war allmählich eingeschlafen.