Die Eingeborenen kennen meist die Krokodile in ihrer Nähe recht genau und wissen auch einige Plätze, an denen sie getrost baden können. Selten raubt das Krokodil aus flachem Wasser; denn seine Methode ist, das Opfer mit dem Schwanz ins Wasser zu schlagen, zu packen und zu ersäufen. Dazu ist ihm flaches Wasser nicht günstig. Während die Neger da recht sorglos sind — vielleicht auch, weil das Herannahen eines Krokodils leichter zu bemerken ist — vermeiden sie es, an tiefes Wasser hinanzugehen und warnten mich jedesmal, wenn ich es tat.
In manchen Gegenden sind die Wasserschöpfstellen an steileren Ufern durch Zäune geschützt, die in das Wasser hinein gehen, oder die Weiber schöpfen vom hohen Ufer aus mit Kalebassen, die an langen Stangen befestigt sind.
Trotz den Krokodilen sprangen die Neger über Bord, als das Wasser flacher wurde und zogen das Flußpferd an eine Sandbank. — Am Boot steht meine Büchse, ein Militärgewehr, dessen Holzbekleidung im Gefecht bei Utete durch einen Schuß zersplittert worden war und das ich mir dann zu einem leichten, handlichen Gewehr zurechtgestutzt hatte.
Flußpferde photographiert.
Einmal führte mich mein Weg durch das Jagdschonrevier des Kissakibezirks, und ich traf, wo der Mrokafluß in den Rufiyi mündet, im Morgennebel drei Flußpferde, die in dem sumpfigen Uferrande ruhten. Ich nahm die Kamera und ging, von Schilfstauden gedeckt, vorsichtig näher.
Der Boden war so weich, daß ich bis an die Knie einsank. Ich zog die Kassette auf, machte die Kamera fertig und trat dann plötzlich hinter dem Schilf hervor, so daß ich auf etwa fünfzig Schritt ganz frei vor den Tieren stand.
Ein alter Flußpferdbulle mit plumpem, schwerem Kopf richtete sich mit der Vorderhand auf und sah nach mir her, als ich die erste Aufnahme machte. ([Bild Seite 155.])
Während ich die Kassette umdrehte und die Kamera zum zweiten Male hob, wurde er nach dem tieferen Wasser hin flüchtig. Auch die übrigen Tiere erhoben sich jetzt jäh aus ihrem Schlafe, und waren in wenigen Sekunden unter dem Wasserspiegel verschwunden.
Die Jagd auf Flußpferde ist da uninteressant, wo die Tiere in großer Zahl und vertraut angetroffen werden; denn an solchen Stellen kann ein sicherer Schütze Dutzende in kurzer Zeit schießen. Das ist keine Jagd.