Dagegen kann man von Jägerfreuden sprechen, wenn sich jemand mit vieler Zeit und Mühe aus einer großen Herde den größten Bullen heraussucht und ihn zur Strecke bringt; denn ein starker Flußpferdschädel mit hoch aus dem Unterkiefer herausragenden, gebräunten Zähnen, ist eine schöne Trophäe. Sie gewinnt dadurch, daß man erzählen kann, man habe außerdem kein Stück der Herde angeschossen!
Flußpferdjagd.
Großen Reiz hat es auch, in versteckten Teichen nahe der Küste den dort sehr seltenen und ungewöhnlich vorsichtigen, vielleicht sogar gefährlichen Flußpferden nachzustellen.
Nicht gerne aber denke ich an zwei Schießereien zurück, zu denen ich mich hergab, weil der Schaden, den die Flußpferde der Landwirtschaft zufügten, die Neger zu berechtigten Klagen veranlaßten: Das auf Flußpferde stehende Schußgeld von 26 Mark für jedes erlegte Tier war gerade aufgehoben worden, weil die Dickhäuter in manchen Gegenden derart überhand genommen hatten, daß sie eingeschränkt werden mußten.
Aus einer Landschaft besonders kamen immer wieder Klagen der Neger, die Kibokos schliefen im Wasser neben den Feldern und trampelten nachts auf Äsung in den Saaten umher, so daß kein Halm stehen bleibe.
Ich erlaubte deshalb dem Sergeanten, die Tiere abzuschießen. Er kam zurück mit der Meldung, er habe beinahe zwanzig Stück in drei Stunden zur Strecke gebracht. Am nächsten Tage brachten die Eingeborenen, froh über dies Resultat, die abgeschnittenen Schädel, große und kleine, die im Ufersande des Flusses vergraben wurden, damit die Zähne lose würden.
Anfangs glaubte ich, der Sergeant habe allzusehr unter den Tieren aufgeräumt; denn acht Tage später kam ich an den Ort der Tat vorbei und sah die vielen, großen Kadaver auf den Sandbänken liegen. Viele Hundert Geier und Marabus standen dabei, und im Wasser schwammen unzählige Krokodile. Lebende Flußpferde aber waren nicht mehr zu sehen.
Ein erlegtes Flußpferd wird ans Ufer gewälzt.
Drei Monate später — ich hatte in der Zwischenzeit kein einziges Flußpferd schießen lassen — kam ich wieder an der Stelle vorbei und traf zu meinem Erstaunen in der Nähe eines großen Dorfes drei Flußpferdherden von zusammen etwa achtzig Köpfen. Die Neger waren geradezu machtlos gegen diese Tiere und sagten, sie müßten auswandern, wenn ich ihnen nicht helfen könnte. Darum entschloß ich mich, mit Unteroffizier Lauer zusammen einige starke Bullen aus einer der Herden abzuschießen.