Es ist auch ein Jammer, daß die Küstenneger, seit sie sich Mohammedaner nennen, Schweinefleisch verschmähen; gerade die ärgsten Feinde ihrer Pflanzungen, die so sehr zahlreichen Warzenschweine und Wildschweine werden von ihnen nicht gegessen und sie stellen ihnen nur aus Gründen der Abwehr nach. Und was das schlimmste ist: Selbst in Zeiten der Hungersnot überwinden sie den eingebildeten Ekel nicht und verhungern lieber, als daß sie Schweinefleisch anrühren! Gier und Gefräßigkeit kann man diesen Negern also nicht ohne Einschränkung nachsagen.
Die Erklärung für dies Verhalten liegt in folgendem: Es gilt als fein, Suaheli zu sein, und dazu gehört die Nachahmung mohammedanischer Gebräuche. Mancher Neger würde ohne Zögern Schweinefleisch essen, wenn er mit dem Europäer allein wäre. Aber in Gegenwart anderer mag er sich nichts vergeben. So kommt es, daß die Anwesenheit einer vornehm tuenden Clique von „Suahelinegern“ in einer Expedition ansteckend auf alle übrigen Neger wirkt. Wer die Gebräuche nicht mitmacht, wird „Schenzi“ genannt und hört so oft die Bemerkung: „er frißt ja Schweinefleisch“, bis er es auch läßt.
Merkwürdig ist, daß dem Neger das Vorbild des Europäers, der doch Schweinefleisch ißt, gar nichts gilt.
Der Schächtschnitt.
Ein anderes Vorurteil, das der Neger sehr zu seinem Schaden von dem „Suaheli“ angenommen hat, ist, daß er nur Fleisch von Tieren ißt, denen die Kehle durchgeschnitten wurde. Bei Haustieren ist das einfach durchzuführen; bei Wild sehr schwer. Und das Schächten des Wildes ist ein Brauch, den der deutsche Jäger nicht erlauben sollte.
Es geschieht nämlich auf folgende Art: Sowie ein Stück Wild vom Schuß fällt, stürzen die Schwarzen mit ihren Messern darauf los, biegen ihm den Kopf zurück und schneiden die Kehle durch. Der Anblick des so zugerichteten Tieres ist häßlich; der Kopf hängt nur noch lose am Hals und aus den geöffneten Halsschlagadern spritzt in hohem Strahl der Schweiß hervor, weil das Herz noch in Tätigkeit ist.
Jeder erfahrene Jäger weiß, daß es falsch ist, auf ein Stück Wild, das vom Schuß fällt, sofort darauf loszugehen; denn oft kommt das Wild dann in seiner Angst wieder hoch, wird weit flüchtig und kann dem Jäger sogar verloren gehen. In anderen Fällen wird es dem Schützen durch das Aufspringen der Leute unmöglich gemacht, ein zweites Stück des Rudels zu schießen. Wer etwas von Jagd versteht, sollte deshalb gegen den Gebrauch ankämpfen.
Es muß den Negern verboten sein, aufzuspringen, und die Jagdbegleiter sind streng anzuhalten, im Grase liegen zu bleiben. Der erste, der an das Wild hinantritt, ist der Schütze; mit fertigem Gewehr: andernfalls kann ihm die Gelegenheit zu einem Fangschuß entgehen, durch den er das Stück bestimmt in seinen Besitz bekommt.
Der Sinn des Schächtens ist: „Das Fleisch soll ausbluten“, und wer jedesmal fragt, ob es geschlachtet ist? glaubt damit die Sicherheit zu haben, daß er nie Fleisch von gefallenen Tieren bekommt. Die Neger aber machen eine geistlose Handlung daraus, denn sie schneiden einer Antilope auch noch den Hals durch, wenn sie vierundzwanzig Stunden nach dem Schuß gefunden wird.
Schon daraus sieht man, daß man die Neger in solchen Gebräuchen oft nicht ernst zu nehmen braucht.