Auf den Schuß zeichnete das große Krokodil; die übrigen entfernten sich schnell und näherten sich dem gegenüberliegenden Ufer. Sie verloren entweder die Spur des treibenden Körpers oder waren satt.
Schlafende Krokodile.
In der Nähe des Kadavers ruhen die Krokodile auf Sandbänken prall vollgefressen; oft mit weit geöffnetem Rachen. Da ist es denn ein besonderer Spaß, solch einen Schläfer in guter Deckung auf wenige Schritte anzupürschen. Das gelingt stets, wenn er dicht an einer hohen Böschung liegt. Aber auch auf freiem Sande geht es, wenn kein anderes Krokodil in der Nähe ist und man den Schläfer genau von hinten anschleicht. Wenigstens bin ich auf fünfzehn Schritt hinangekommen — im ersten Falle sagen wir auf drei Schritt, d. h. eigentlich bis ich unmittelbar über ihm stand. — Der Schreck der Bestie, wenn man ihr dann einen Knüppel aufs Rückgrat wirft! Wie elektrisiert schnellt sie empor und plauzt ins Wasser.
Einmal wollte ich Flußpferde vom Boot aus photographieren. Der Strom hatte nur wenig Wasser. Große Sandbänke lagen trocken, und an vielen Stellen waren tote Buchten oder sogar kleine, abgeschlossene Teiche entstanden. Von einem hohen Felsen aus konnte ich an dieser Stelle die Krokodile zählen; Flußpferde steckten ihre Köpfe tief unter mir aus dem Wasser; Nilgänse, Riesenreiher und Marabu standen am Ufer.
Ich ließ zwei Kanoes zusammenbinden und fuhr auf die Flußpferdherden los, um Aufnahmen zu machen. Unteroffizier Lauer saß im linken, ich im rechten Boot.
Die erste Herde tauchte unter, bevor ich eine Aufnahme gemacht hatte. Eine andere Herde ruhte am Ufer, dicht hinter einem Felsen. Unser doppeltes Boot trieb langsam an den Büschen entlang und an glatten Steinen vorbei, die allmählich aus dem Wasser emporstiegen. In schneller Fahrt wurde es um einen Felsvorsprung herumgerissen und schoß dann in das seichtere Wasser einer kleinen Bucht hinein, in der kein Strom war.
Ein starker Bulle stand ganz auf dem Trockenen, die übrigen fünf Tiere halb im Wasser. Eins hatte seinen Kopf ausruhend auf den Rücken eines anderen Flußpferdes gelegt und hielt uns die breite, borstige Schnauze gerade entgegen.
Diesmal glückte es. Ich stand auf einem Feldstuhl, Lauer hielt mich an den Fußgelenken fest. — Die schwarzen Steuerer durchquerten die Breite der Bucht, und bevor das Boot auf dem anderen Ufer mit sanftem Stoß aufgehalten wurde, hatte ich eine Aufnahme gemacht.
Die Herde suchte das tiefere Wasser auf und mußte dicht am Boote vorbei. — Starke Wellen gingen von den plumpen Tierkörpern aus, schlugen gegen die Bordwand und liefen schäumend über den Sand.
Wir waren sehr froh über das wohlgeglückte Manöver; frohlockten aber zu früh!