Ein anderes Mal war ich mit meiner Truppe auf dem Marsche von den Kitschibergen in die Ebene, als mir ein Sprung besonders starker Riedböcke zu Gesicht kam. Das Schießen von Wild auf dem Marsche hält oft unliebsam auf, da man nie weiß, ob nicht eine lange Nachsuche nötig sein wird; deshalb ist es ratsam, in den ersten Marschstunden nichts zu schießen und erst in der Nähe des Marschziels nach einem Braten auszusehen, um auch den Trägern den Weg mit dem Fleisch möglichst zu kürzen.

Heute aber ließ ich die Karawane halten, lief den Riedböcken nach und versuchte, da ich nicht viel Zeit opfern wollte, einen Schuß auf etwa 250 Meter mit Visier 300, unten angefaßt.

Deutlicher Kugelschlag. — Das Rudel, flüchtig, wird von dem kranken Bock zurückgehalten — wie man häufig beobachtet, daß ein krankes, zurückbleibendes Stück die übrigen Tiere veranlaßt, zu warten.

Ich laufe schnell nach und sehe den Bock mit einem Schuß kurz Blatt nicht weit von mir flüchtig werden. Um die Jagd abzukürzen, schieße und schieße ich, habe aber nur Vollmantelgeschosse geladen, die im Gegensatz zu angefeilten und Bleispitzengeschossen nur geringe Zerstörung im Wildkörper anrichten und deshalb ruhige, gute Schüsse voraussetzen, wenn sie Erfolg haben sollen.

Die Wirkung ist entsprechend gering, wenngleich von den fünf auf das flüchtige Wild abgegebenen Schüssen zwei gut und einer als Streifschuß sitzen.

Jetzt tut der Bock sich nieder und bekommt einen Fangschuß durch den Hals. So mittelmäßig diese Hetzjagd war, der Anblick des Gehörns ließ kein Mißvergnügen aufkommen. Das Tier gehörte der größeren in diesem Gebiet vorkommenden Art an. Sein Gehörn war breit ausgelegt und sehr hoch, die Querwulste von feiner Plastik; die Decke war wolliger als die des gelben Riedbocks.

Ich habe nur ein Stück dieser Art am Rufiyi geschossen. Am Pungwe in Südafrika erlegte ich später einen ähnlichen Bock. ([Abbildung Seite 175.]) Den kleineren Bergriedbock, oder grauen Riedbock, der in Südafrika und auf den Hügeln der Massaisteppe so häufig ist, habe ich am Rufiyi nicht angetroffen.

Es war noch in der Trockenzeit. Ich befand mich auf dem Rückwege von einem Negerdorfe, in dem ich die wenigen Wapogoro angesiedelt hatte, die sich unter meinen Schutz begeben hatten. Mein Zelt stand an einer sandigen Böschung, die in der Regenzeit das Wasser eines breiten Stromes begrenzt.