Der erste Büffel zur Strecke.

Da lag der starke Wildstier mit der prächtigen Zier auf dem breitgestirnten Schädel, mit einem Gesichtsausdruck, in dem Kraft und Selbstbewußtsein zu liegen schienen — wenn es erlaubt ist, in dem Gesicht der Tiere wie im Menschenantlitz zu lesen. —

Ich habe noch kein Tier gesehen, das im Tode so edel und schön aussah.

Als ich in freudiger Bewunderung dastand, fuhren Wolken herauf und mächtiger Donner rollte von den nahen Bergen herüber. Mir war, als sei, was die Natur hier gab, für mich allein gemacht, für mich, den einzigen Weißen in weitem Umkreise. — — Freude und Stolz beherrschten mein Empfinden, während ich das Glanzhaar am Halse meines ersten Büffels streichelte.

Im August 1906 jagte ich am Paregebirge im Norden Deutsch-Ostafrikas auf Büffel.

Von Osten den großen Jipesumpf erreichend, hatte ich gesehen, daß Büffelfährten hier und da meinen Weg kreuzten und erkundigte mich bei den Eingeborenen nach den Gewohnheiten des Wildes. Die bezeichneten die kleine Landschaft Ungueno als den jetzigen Standort der Tiere.

Am Jipesumpf schlug ich das Hauptlager auf, nahe an dem großen, dichten Papyrushain, der sich in ungeheurer Ausdehnung an das flache Wasser des Sees anschließt.

Hohe Tamarindenbäume säumten das Ufer, in ihren Ästen hingen Bienenkörbe der Eingeborenen. Prächtige, bunte Vögel ruhten auf den Büschen, große Züge von Pelikanen, Reihern und Störchen schwebten in der Luft.

Der Blick auf das Paregebirge war von großer Schönheit. Man konnte die Pässe, die in das Hochland führen, erkennen und die Täler vermuten, die Wasser in die Ebene leiten.