Büffeljagd am Paregebirge.
Drei Tage brauchte ich, um in dem weiten, beschwerlichen Gebiet endlich die Wasserstellen aufzufinden, an die sich die Büffel jetzt hielten. Vom ersten Morgengrauen bis in den späten Abend war ich täglich unterwegs, um Fährten zu suchen.
Das in Betracht kommende Gebiet war eine mit dichtem, hohen Gras und Gebüsch bewachsene Ebene, die auf drei Seiten von bewaldeten Bergen eingerahmt wurde und nach dem Sumpf hin offen war. Nur Büffel und Nashörner waren zu spüren. Von allen Fährten hieß es „gestern“ oder „vorgestern“ und die Tiere wurden mir von Stunde zu Stunde geisterhafter.
Am ersten Tage durchsuchte ich die Ostseite, am zweiten die Westseite der Abhänge. Die Büffel hatten alte, ausgetrocknete Wasserstellen besucht und in schattigem Busch gelagert, in einem Labyrinth von Ästen und Blättern. Da drang das gedämpfte Sonnenlicht hinein und erhellte die verlassenen Schlafplätze.
Oft in gebückter Haltung und durch ein Wirrwarr von Dornen, Gras und Ranken schlichen wir vorwärts; ich mußte dem Führer — Makange hieß er — zugeben, daß es ein schwieriges und höchst bedenkliches Unternehmen war, in dieser Jahreszeit, bevor die Steppenbrände das Unterholz gelichtet hatten, Büffel zu jagen. Die Aussicht auf Erfolg schien denn auch immer mehr zu schwinden. Aber ich wollte die der Aufgabe gewidmete Zeit nicht umsonst geopfert haben und dachte nicht an Umkehr!
An den Ästen großer Bäume hängen die Neger ausgehöhlte Baumstämme als Bienenkörbe auf.
Am zweiten Abend schlief ich in einem kleinen Bergzelte, an der Stelle, wo der Weg nach Moshi den Fußpfad ins Paregebirge kreuzt.
Eine einzelne, hohe Dumpalme, mit abgestorbenen Blattstielen seltsam geschmückt, schüttelte neben mir ihr Fächerhaupt. Ganz zart tauchte am Abendhimmel der Schneedom des Kilimandscharo aus den Wolken empor.