Ich lag in dem kleinen Ausschnitt, der den Eingang zu dem Zelte bildete und schrieb in mein Tagebuch. Die roten Flackerlichter des von den Negern entfachten Holzfeuers kämpften auf dem Papier mit dem blauen Tageslicht und trugen bald den Sieg davon; die Nacht brach herein.
Am Morgen des dritten Tages spürten sich mehrere Nashörner, die am Sumpf zur Tränke gekommen und nach den Abhängen zurückgewechselt waren. Sonst nicht eine frische Fährte von Antilopen oder Raubtieren!
Nur ein Zierböckchen stand im Busch und kratzte sich mit dem Hinterlauf am Kopfe!
Gegen zehn Uhr am Vormittag fand ich, von Süden kommend, endlich die Fährten der Büffel, an einem Waldbach.
Nun kam es mir nur noch darauf an, festzustellen, ob die Herde südlich oder nördlich von diesem Bache stand. „Südlich“ war die Antwort der Leute, die ich in dem Wasserlauf aufwärts schickte; doch sie hatten Unrecht, und nach anstrengendem Absuchen des dichten Busches auf der Südseite fand ich gegen vier Uhr am Nachmittag die Stelle, an der die Herde den Bach nach Norden gekreuzt hatte!
Für heute war es zu spät; auf den nächsten Tag aber setzte ich große Hoffnungen, die auch in wunderbarer Weise in Erfüllung gingen.
Ich lagerte in dieser Nacht dort, wo der Bach, in dem die Büffel sich spürten, in der Steppe verfloß. Wieder hatte ich nur ein kleines, offenes Zelt mit und schlief ohne Bett und Moskitonetz zu ebener Erde.
Das Lagerfeuer wurde mit Sonnenuntergang gelöscht. Meerkatzen in den Bäumen über uns taten sehr verwundert über unsere Anwesenheit; die Frösche quakten unaufhörlich. Wenn sie aber einmal verstummten, dann horchte ich auf, denn dann war Wild in ihre Nähe gekommen. Ich zog schließlich die Decke ganz über den Kopf, um so vor den hier zahlreichen Mücken Schutz zu finden.
Es war noch dunkel, als ich am nächsten Morgen das kalte Wasser durchwatete, das meinen Schlafplatz von dem Walde trennte. Ich ging im Bache aufwärts und stellte fest, daß die Büffel ihn heute nicht angenommen hatten, also noch auf der Nordseite standen. Da es wenig Zweck hatte, den Spuren von gestern zu folgen, ging ich aufs Geratewohl in dem dunkeln, von Büffelpfaden durchzogenen Walde vorwärts und war ganz zufällig einer frischen Nashornfährte einige Zeit gefolgt, als nicht weit über mir am Berge das Röhren eines Büffels hörbar wurde.
Endlich war ich dem ersehnten Ziel nahe! Ich zog schnell Schuhe mit Gummisohlen an, die zu der im Rucksack mitgeführten nötigsten Ausrüstung gehören, und ging unter Wind auf die Stelle los, von der her ich den seltenen Laut vernommen hatte.