Nein, dieser Busch; wie da bloß ein Büffel durchkommt! — Man erkennt kaum, daß er es tat; die Zweige schließen sich hinter ihm und die Dornen strecken ihre Äste nach wie vor in den engen Paß. Nur Dickhäuter gehen unbeschadet durch: der Büffel mit seinem starken Kopfschild, und das Nashorn.

Welche Ausdauer gehört dazu, unter tropischer Sonne mitten am Tage den Fährten eines Wildes zu folgen, tagelang, mit so geringer Aussicht auf Erfolg; auf flacher Erde irgendwo im Busch zu schlafen; allein mit wenigen Negern.

Plötzlich ein Schnaufen, gar nicht weit: die Büffel haben sich verraten!

Jetzt weiß ich, daß ich nicht mehr stundenweit zu gehen habe und kann meine ganze Kraft daran setzen, unbemerkt, ungehört die nächsten hundert bis zweihundert Schritte zurückzulegen. So nahe bei den Büffeln zu sein: ein Bewußtsein, das die Lebensgeister freudig aufrüttelt!

Zu den nächsten hundert Schritten brauche ich etwa eine Viertelstunde.

Bei diesem Pirschen, diesem sich lautlos durch die Büsche drücken sind alle Muskeln und Sinne angespannt. Der Fuß sucht vorsichtig einen neuen Stützpunkt, die Schulter weicht einem Dornenzweige aus, der Kolben der Büchse wird Fuß für Fuß vorgesetzt.

Nach langem Warten gibt ein leises Schnaufen von neuem die Richtung an.

Der Wind ist gut.

Ich erreiche eine drei Meter breite, steinige Schlucht, an deren gegenüberliegender Seite im Dunkel der Büsche eine ungewisse Bewegung spielt.

Der Führer mit der Reservebüchse ist hinter mir; er umfaßt vor Furcht zitternd mein Handgelenk und bedeutet mich, stehen zu bleiben.