Nun ging ich an die Herde hinan, um von der Leiter aus photographische Aufnahmen zu machen.
Zwei Neger hielten die Leiter, zwei andere lehnten starke Astgabeln dagegen; dann stieg ich hinauf und sah von oben über das Schilf hin nach den Elefanten aus.
Ich machte Aufnahmen auf hundertundzwanzig Meter. — Der erfahrene Photograph wird wissen, daß fast nichts auf der Platte zu sehen war; nur ein paar kleine Pünktchen; die Entfernung war für eine Kamera ohne Fernobjektiv zu groß! —
Mit vieler Mühe machte ich den angeschossenen Elefanten aus. Ich erkannte ihn daran, daß er sich mit dem Greifer seines Rüssels oft nach den Schußstellen am Kopfe faßte. Die Herde stand in heißem Sonnenlicht. Zweimal schienen die gesunden Tiere Anstalten zu machen, weiter zu gehen (um Schatten zu suchen) kehrten aber jedesmal wieder zu dem kranken Elefanten zurück.
Alle klappten mit den großen Ohren, und manchmal hob sich ein gekrümmter Rüssel in die Luft, um zu winden. Auch warfen die Tiere sich glitzernden Sand über den Rücken, so daß ich dachte, sie ständen am Wasser.
Endlich ging ich ganz nahe an die Elefanten hinan, um den krank geschossenen Bullen zur Strecke zu bringen. Als wir in hohem Schilfe näher kamen, wuchsen die Schwierigkeiten; denn meine Neger, die die Leiter halten sollten, hörten das Prusten der Elefanten, das Klappen der Gehöre und das Kollern (das bekannte Geräusch, das man bei ruhenden Elefanten so oft vernimmt). Die Schwarzen wurden ängstlich, wollten nicht weiter mitkommen und ich mußte darauf gefaßt sein, daß sie, während ich oben auf der Leiter stand, bei Zeichen von Gefahr loslassen würden, und ich dann mit dem Gewehr ins Schilf fiele.
Ich ließ einige Neger auf die Leiter steigen, damit sie sich davon überzeugten, daß die Elefanten ganz ruhig aussahen und keine Gefahr zu ahnen schienen.
Wenn ich unten im Schilf stand und die Elefanten nicht sah, hatte ich allerdings selbst ein Gefühl von Unsicherheit.
Der kranke Elefant stand günstig und zeigte mir, als ich gegen den Wind näher ging, schräg von vorne die Fläche seines Kopfes.