Der stehende Elefant hielt Wache. Er schlug sich die Gehöre in gleichmäßigem Takt nach vorn über die Luser, um die Insekten zu verscheuchen und dem Rüssel Wind zuzufächeln. Mit dem Schwanz vertrieb er die Insekten hinten.

Auf dem Bilde sieht man die riesigen Gehöre, in denen dicke Blutadern laufen; unter dem linken „Ohrläppchen“ sieht der Elfenbeinzahn hervor. Die Hautfalten sind recht deutlich zu erkennen; dies, ebenso wie die unscharfen Gräser im Vordergrunde sind dem Kenner ein Anhalt dafür, zu beurteilen, wie nahe ich dem Elefanten war. ([Seite 251.])

Nach einer Zeit von etwa zwanzig Minuten wandte sich der stehende Elefant dem liegenden zu und stieß ihn mit seinen Zähnen an. Darauf erhob sich der Schläfer und war noch nicht ganz hoch, als sich der andere schon träge fallen ließ und mit wahrer Wollust schnarchte.

Der große Elefant war so aufgestanden, daß er jetzt breit zu mir stand und es war jetzt ein Wagnis, ihm näher zu gehen, weil ich das Auge des Elefanten genau sah und unter dem Eindruck stand, als ob er mich auch sehen müsse; ich stand zehn Schritt von dem Elefanten, dessen Auge auf mich gerichtet war und redete mir ein, daß dies Auge blind sei.

Ich duckte mich nieder und kroch noch einmal zu Lauer zurück, um die belichteten Kassetten abzuliefern und genau zu verabreden, was Lauer tun sollte, wenn der Elefant mich plötzlich bemerkte.

Es waren Stunden, die verdienen, geschildert zu werden; denn so dreist mit dem riesigen Wild umzugehen, hieß für uns wenigstens mit Vorurteilen brechen, die sich aus allem, was wir bisher gehört hatten, bei uns eingeprägt hatten. Es hieß auf das eigene Geschick und auf die Dummheit[26] (oder Unaufmerksamkeit) der Elefanten bauen. Aber ein mächtiger Ehrgeiz trieb mich: Der Gedanke diese Bilder später zeigen zu können.

Der stehende Elefant faßte mit dem Rüssel Grasbüschel und schlug sich damit unter den Körper. Der Rüssel, die Gehöre, der Schwanz waren dauernd in Bewegung.

Der Elefant nahm mit dem Rüssel Erde auf und warf sie sich über den Rücken; dann legte er den Rüssel über den rechten Zahn und wickelte ihn sogar ganz herum.

Lauer und ich photographierten uns jetzt gegenseitig, mit der Büchse vor dem Elefanten stehend (siehe das dem Buch [vorgeheftete Bild]).