„Nein.“
Hinter dem Nashorn.
Ich lief so schnell ich konnte; als ich aus dem Walde kam, sah ich das Tier. Endlich was ich ersehnte: Ein Nashorn, das mich nicht witterte, in offener Steppe; also ganz in meiner Macht. Von mir hing es nun ab, von meiner Kunst, unbemerkt zu bleiben und das Tier nach Herzenslust zu beobachten, wie ich es früher mit dem Elefanten getan hatte.
Ich ließ die Leute in weiter Entfernung folgen, damit auch wechselnder Wind dem Tiere nicht Witterung bringen könnte.
Alle Umstände waren für meinen Zweck günstig: Die Sonne hatte ich im Rücken, den Wind im Gesicht. Und das schien so zu bleiben; denn der schmale, ausgetretene Wechsel, in dem das Tier ging, behielt die Richtung nach Westen.
Ich ging siebzig Schritt hinter dem Nashorn. In dem ganz offenen Terrain sah ich jede Bewegung des Dickhäuters. Er ging durch ein trockenes Flußbett, blieb am anderen Ufer stehen und knabberte Zweige von einem Dornstrauch. Dann ging er weiter und hielt den Kopf gesenkt. Alle zweihundert Schritte blieb er stehen, stellte sich, wie sichernd, halb quer zum Weg und näßte.[35]
Eine halbe Stunde ging es so weiter.
Grantgazellen, die nahe am Wege standen, äugten neugierig auf den plumpen Gesellen und auf mich, sein Gefolge. Sie flüchteten nicht; wir sahen zu harmlos aus.
Von links kam ein Rudel Zebras mit dem Wind; zwölf bunte Steppenpferde. Sie mußten mit dem Nashorn zusammentreffen.