Als sie mich auf hundert Schritt hatten, sicherten sie. Das Nashorn ging weiter. Ich mußte folgen; denn ich durfte das Tier nicht aus den Augen verlieren und mußte vermeiden, mit ihm unverhofft nachher wieder zusammen zu treffen.

Als ich den Zebras näher kam, wurden sie flüchtig; die trockenen Gräser knisterten und Steinchen gaben peitschenden Klang. Das Nashorn stutzte, hob den Kopf und richtete die beiden Trichterohren nach dem Geräusch hin.

Als das Klappern der Hufe hinterm Hügel verklang, stand das Tier noch einen Augenblick bewegungslos, wie um zu überlegen. Es glaubte vor sich die Gefahr, die es selbst nicht wahrgenommen hatte, die aber die Zebras durch das Auge erkannt hatten.

Als sich nichts mehr rührte, bog das Nashorn mit rechtsum von seinem Pfad ab und hielt eine westliche Richtung, genau in den Wind.[36]

Der Wind wehte mir jetzt gerade ins Gesicht und trug auch den im trockenen Grase stärkeren Schall meiner Tritte hinter mich.

Es war beinahe acht Uhr, als die Sonne sich frei über die Wolken hob.

Mit der Kamera bei dem Nashorn.

Ich spannte die Kamera, ging auf mein Ziel los und machte die erste Aufnahme auf fünfundzwanzig Schritt.

Während ich die Kassetten wechselte, ließ ich das Tier nicht aus den Augen.

Es gehört eine ruhige Hand dazu und auch ein ruhiges Herz, dicht vor einem Stück Wild mit den Ledertaschen, den Kassetten und dem Apparat lautlos zu „arbeiten“, wenn man noch dazu die Büchse umgehängt hat. Ich hatte alle Griffe so in der Übung, daß auch nicht das geringste Klappen hörbar war. Selbst das Spannen des Verschlusses geschah lautlos, indem ich, ähnlich wie man es bei einer Hahnflinte in der Nähe des Wildes macht, beim Spannen den Abzug drückte.