Hohe Mangobäume stehen am Fluß; ihre dunklen Kronen spiegeln sich in dem glatten Wasser. So hoch wie die Elefanten mit dem Rüssel reichen können, sind die Äste der sonst bis zur Erde belaubten Bäume herabgerissen. Die steilen Uferböschungen sind durch Schluchten unterbrochen, in denen Flußpferde und Elefanten zum Wasser gehen.

Am mittleren Rufiyi.

Doch wieder zurück in die Aufstandszeit!

Einen Monat blieb ich in der kleinen Befestigung am Flusse, ohne daß die Aufständigen versuchten, mich anzugreifen oder nach Norden über den Fluß zu gehen.

In den Matumbibergen, die südlich vom Rufiyi liegen, war inzwischen ein Militärposten eingerichtet worden; mehrere Abteilungen der Schutztruppe operierten im Kilwabezirk, der sich nach Süden an den Mohorrobezirk anschließt. Nie kam es zu einer gemeinsamen Aktion, weil die Nachrichten zwischen den Streitkräften zu spärlich waren und man nicht wußte, ob man mit der Anwesenheit einer Truppe an irgend einem Punkte bestimmt rechnen konnte. Nachrichten aus Westen sagten, daß auch im Mahengebezirk Aufstand sei.

So war die Lage, als ich eines Tages den Befehl bekam, ich solle die Boma in Mayenge einem Unteroffizier übergeben, zur Küste zurückkehren und die Führung einer in Mohorro eintreffenden Abteilung Marineinfanterie übernehmen. Hiermit schien meine Zeit im Aufstandsgebiet beendet zu sein; ich nahm Abschied von den Unteroffizieren und von dem Platze, der mir inzwischen so vertraut geworden war, und fuhr in einem großen Boote stromab.

An vielen wohlbekannten Stellen kam ich vorbei, und war gegen Abend bereits nahe bei dem Orte Ndundu, wohin ich die Matrosen und die Träger mit den Zelten und der Kochlast vorausgesandt hatte. Da erschien auf der Höhe eines Uferhanges in den Büschen ein Neger und hielt einen Brief hoch; „barua“[38] rief er fast atemlos.