Das Boot suchte eine Landungsstelle; ich ergriff den Brief. Es war ein Schreiben des Akiden von Kooni, desselben Arabers, dem ich schon oft zuverlässige Meldungen zu danken hatte. Er schrieb, in der Landschaft Mtanza seien die Aufständigen versammelt und bedrohten die Bewohner der umliegenden Dörfer, die ihnen Lebensmittel geben müßten, obwohl sie sich mir unterworfen hätten; sie seien ohne jeden Schutz, ich solle doch schnell zur Hilfe kommen. Dazu schrieb der Unteroffizier aus Mayenge, er bitte mich um Erlaubnis gegen das Lager der Aufständigen vorzugehen, fühle sich aber eigentlich nicht stark genug, da der Gegner, nach den Aussagen von Spähern, durch Wapoporo aus dem Mahengebezirk verstärkt sei. Große Eile sei not; denn die Aufständigen wollten wieder nach dem Nordufer hinübergehen, und noch nie seien die Boten in solcher Aufregung zurückgekommen, wie diesmal.

Ich unterbrach die Weiterreise und schickte einen Eilboten nach Mohorro, mit der Mitteilung, daß ich auf meinen Posten zurückkehren müsse.

Ich folgte dem Nashorn auf den Fußspitzen, es nahm Schlingpflanzen vom Erdboden auf.


GRÖSSERES BILD

Flußufer in der Nähe von Panganya, dem guten Baumwolland. Der Boden ist ungemein fruchtbar, und kann, wenn es nötig sein sollte, künstlich bewässert werden.

Allein im Aufstand.

Mein Boot sandte ich nach Ndundu weiter, um der Karawane den Befehl zu bringen, mir sofort zu folgen. Ich selbst ging in Begleitung zweier Neger auf dem Ufer denselben weiten Weg zurück, den ich am Tage so bequem im Boote sitzend gekommen war.

Nach siebenstündigem Marsch in der Dunkelheit überfiel mich große Müdigkeit und Hunger, und ich hielt in einer kleinen Ortschaft, um die nachfolgende Karawane abzuwarten. Ich ließ ein großes Feuer anzünden und legte mich daneben, um von den Mücken ungestört schlafen zu können. Aber, gewohnt einen Askariposten in der Nacht im Lager zu sehen, fühlte ich mich heute doch in einer gewissen Unsicherheit, hier mitten im Aufstandsgebiet unter völlig fremden Negern allein; ich schlief nicht, obwohl ich die Augen schloß. Zwei Stunden nach meinem Eintreffen erschien der lange Sudanese Bachid Said; hinter ihm die erwarteten Träger und bald darauf auch die drei Matrosen, die mir vom Bussarddetachement noch geblieben waren. Um drei Uhr am Morgen legte ich mich in mein Feldbett, um noch zwei Stunden zu schlafen. Als ich erwachte, war es noch dunkel; starker Tau lag auf den Kissen und tropfte vom Moskitonetz auf die Bettdecke. Um fünf Uhr wurde der Marsch fortgesetzt.