Gegen Mittag erreichte ich die Boma.

Der Nachmittag und der Abend gingen hin, mit Fortschaffen der Vorräte und Vorbereitungen für den Abmarsch. Ein großes Boot mit leeren Munitionsgefäßen, Jagdtrophäen und anderen entbehrlichen Dingen wurde stromab nach Ndundu geschickt; (als ich die Sachen später von den Negern zurückforderte, fehlte nicht ein einziges Stück. Das scheint ein gutes Zeugnis für die Ehrlichkeit dieser Neger zu sein). Noch bevor wir aufbrachen, ging der Akide Melicki mit zwei Eingeborenen auf Kundschaft und kam in der Nacht mit der Nachricht zurück, das Südufer werde von Vorposten der Aufständigen bewacht.

Nachdem meine ermüdeten Begleiter ausgeruht hatten, wurde die Boma gegen Mittag des folgenden Tages vollständig geräumt; dann setzte die Expedition auf das Nordufer über und marschierte bis gegen Abend in westlicher Richtung weiter. Zum Abendbrot ließ ich zwischen den Mangobäumen von Kooni kurze Zeit halten und dann auf dem hohen Ufer weiter marschieren, bis wir gegen ein Uhr in der Nacht von den Führern zum Fluß hinabgeführt wurden.

Die Stelle kannte ich noch nicht; so weit war ich bei dem ersten Streifzug nicht gekommen. Wir durchquerten einen seichten Wasserarm und gingen durch tiefen Sand bis zu einer Düne, an deren Abhang das dunkle Wasser des Flusses entlangfloß.

Plätze wie diese sind für ein Lager sehr günstig; wir lagerten wie auf einer Insel, und ein einziger Posten konnte die breite, helle Sandfläche übersehen, die uns vom Walde trennte.

Die Feldbetten wurden aufgestellt, wir aßen ein Stück Brot und schliefen bis gegen drei Uhr am Morgen; dann wurden wir Europäer als die letzten über den Fluß auf das feindliche Ufer übergesetzt.

Die Führer versicherten mir, wir hätten Zeit genug, um noch vor Tagesanbruch das Lager der Aufständigen zu erreichen.

Ich schärfte allen auf das strengste ein, sich still zu verhalten, ging selbst, wie gewöhnlich, an der Spitze und beobachtete die Führer genau, weil ihnen nie ganz zu trauen war.

Ein mißglückter Überfall.

Um auf keinen Fall bemerkt zu werden, verließ ich sofort den ausgetretenen Weg; wir gingen im Gänsemarsch durch Schilf, über freie Sandflächen, auf denen sich Flußpferde jagten, und durch abgeerntete Matamafelder.