So war eine gute Gelegenheit, den Aufständigen eine Schlappe beizubringen, verpaßt worden.
In dem verlassenen Lager.
Hier, wie in den umliegenden Dörfern, fanden wir eine ganze Anzahl kleiner Vorratshäuser, die erst in diesem Jahre gebaut zu sein schienen, und mit Matamaähren und anderen Kornfrüchten vollgestopft waren. Nach meiner Schätzung waren in dem verlassenen Lager allein 170 Tons Getreide zusammengeschleppt.
Wahrscheinlich hatten die Aufständigen eine gewisse Freude daran gehabt, mit ihren großen Flinten in die Dörfer der Umgegend zu gehen und die Eingeborenen zu zwingen, ihre Ernte zu dem Kriegslager hinzuschaffen. Viele Kürbisse lagen in einer Hütte.
Große Tontöpfe mit „Pombe“[39], standen dort und ließen auf das Leben der Krieger schließen; Reste von Hühnern und Tauben zeigten, daß die Räuber es auch an „kitǒḗo“, an der nötigen Zukost, nicht hatten fehlen lassen.
Vielleicht aber wurde den einst so tapferen das Wohlleben verderblich. Der kriegerische Geist wenigstens schien ihnen etwas abhanden gekommen zu sein; denn sie flohen allzu schnell, als wir ihnen nahe kamen.
Den Tag über blieb ich in dem Lager der Aufständigen und erwartete die Trägerkarawane mit den Proviantlasten.
Nach den Anstrengungen der Nacht waren wir müde und hungrig; ich aß geröstete Maiskörner und schlief einige Stunden auf einer Negerbettstelle im Schatten eines Palmblattdaches.
Negerdorf am mittleren Rufiyi. Hütten mit schattigen Vorhallen; Mangobäume und Zuckerrohr. Die Wege auf dem humosen Alluvialboden sind in der Trockenzeit hart wie eine Tenne.