Am Flusse saßen auf einem umgekehrten Einbaum vier Askarifrauen und warteten auf ihre Männer, die auf dem anderen Ufer patrouillierten.

Friedensarbeit.

Wochenlang hielt mich friedliche Tätigkeit in Mtanza; rund herum bauten die Askari kleine Hütten, und ich erlaubte ihnen, ihre Weiber heraufkommen zu lassen, weil ich das friedliche Leben in dem Orte betonen wollte; ich gab mir den Eingeborenen gegenüber den Anschein, als ob ich den Aufstand für beendet hielte. Die Zeit, die ich im Lager in Mtanza zubrachte, war für mich sehr wertvoll; ich habe dort einen Einblick in das Tun und Treiben der Schwarzen gehabt. Was nun kam, war Friedensarbeit, die nur selten durch kleine, aber anregende Streifzüge nach Lederstrumpfart unterbrochen wurde.

Meine Befehle erlaubten mir nicht, große Kriegszüge zu machen. Dazu war ich auch zu schwach; denn die Linie, die ich mit drei Unteroffizieren, zwei Matrosen und sechsundzwanzig Askari bewachen sollte, war 180 km lang. — Die Mündung des Rufiyi wurde durch die Seesoldaten in Mohorro gesichert; den Posten zwischen Mtanza und Mohorro mußte ich zeitweilig besetzen; von Mtanza aus war es mir möglich, mit dem Strom in einer Nacht 80 km zurückzulegen, so daß ich die obere Hälfte der gefährdeten Linie selbst schützen konnte. — Nur dadurch, daß ich über große Strecken hin, friedliche Ansiedelungen ins Leben rief, konnte ich mit meiner kleinen Streitmacht die Aufgabe erfüllen.

Die Rebellen standen immer noch unter dem Eindruck der Verluste, die sie zu Beginn des Aufstandes erlitten hatten, und überschätzten meine Macht. Schnell sprach es sich außerdem bei den Negern herum, daß ich jedem Schutz gewährte, der sich unterwarf.

Es galt, möglichst bald den alten Einfluß der Regierung wieder herzustellen; um in ihrem Sinne wirken zu können, unterhielt ich deshalb Fühlung mit dem Bezirksamt und bemühte mich, über alle Vorgänge auf beiden Ufern des Stromes Klarheit zu bekommen.

Ich fand Eingeborene, die eine Art von Polizeidienst übernahmen und bezahlte sie dafür. (Meine Askari mochte ich zu solchen Aufträgen nicht verwenden; denn sie waren weniger ortskundig, wurden leicht erkannt und dann von vornherein mit Mißtrauen angesehen.) Alle Neger, die das Dorf passierten, ließ ich mir von den Polizisten vorführen. Es waren nicht allzuviele; denn der Verkehr vom Kissakkibezirk war gering und ging zum großen Teil auf dem Nordufer entlang, wo nicht alle Waldwege bewacht werden konnten.

Die Postboten.