In Mtanza hatte ich auch Gelegenheit, das Eheleben der Schwarzen kennen zu lernen.

Die Frauen der Askari.

Jeder Askari darf sich nur eine Frau halten. Die für die Wahl einer Lebensgefährtin maßgebenden Gründe sind merkwürdig. Für äußere Schönheit kommen unter anderm vor allem große Ohren in Betracht. Die Ohrmuscheln werden in der Jugend durchlöchert und die Löcher allmählich erweitert, bis drei möglichst große, aus Papier gerollte Pflöcke darin Platz haben.

Im übrigen muß sich das Weib, um dem Manne zu gefallen, gut kleiden und frisieren können, darf recht viel Zeit dazu verwenden, muß aber auch für das Essen sorgen; und dazu vor allen Dingen ist Sauberkeit und Sorgfalt notwendig. (Die gewöhnlichen Arbeiten verrichtet der Askariboy, der für sich wieder einen neuen, sehenswerten Teil des Lagerlebens bildet.)

Poshoausgabe.

Sanitätsunteroffizier Lauer verteilt Getreide an die Askari, die zum Teil in bequemen, häuslichen Kleidern (Baumwolltuch und Hemd) einhergehen. Bei einem Askari erkennt man Flicken, die sorgfältig auf das sehr wenig haltbare Khakizeug aufgenäht sind. Zerrissen oder schmutzige Kleider sind diesen Negern zuwider. Sobald sie von Märschen ins Lager kommen, ziehen sie sich um und beginnen zu waschen und zu nähen.

Mit großer Leichtigkeit werden Ehen geschlossen und aufgelöst. Die Folge davon ist, daß man von den Schwarzen meist den Eindruck hat als ob sie in glücklicher Ehe lebten. Sobald das Verhältnis der Gatten nämlich unerträglich wird, gehen sie auseinander.

Dies gilt nur von den freien Suaheliweibern. Dauernder ist die Verbindung wohl, wenn für die Frau eine Kaufsumme gezahlt wurde. (Am Rufiyi zahlte der Mann etwa dreißig Rupie.) Hat die Frau ein Kind, so ist sie mehr wert; denn das Kind kann, wie mir ein Vertrauensmann sagte, später die kleineren Kinder beaufsichtigen, wenn die Mama auf dem Felde arbeitet.