Die Quelle am Simbasital bei Daressalam.
Negerweiber kommen von weither aus der Stadt, um hier gutes Wasser für den Hausgebrauch zu schöpfen. In Tontöpfen und Petroleumtins tragen sie das Wasser auf ihren Köpfen heim. Im Hintergrunde des Bildes sieht man eine Gruppe der an der Ostküste seltenen Ölpalmen (Elaeis).
Durch enge Gäßchen kam ich auf einen sauber gefegten Platz, wie es viele in den Dörfern der Küstenneger gibt: Hütten mit offener Veranda, in der eine Bibi sitzt und Streifen Flechtwerk zu einer Matte zusammennäht. Zäune aus trockenen Palmblättern von grünen Bananen, Papayen und Zuckerrohr überragt; ein Mangobaum, in dessen Schatten ein halbes Dutzend Neger um eine polierte Tischplatte herumsitzen und Karten spielen.
Zwischen den Inderläden ritt ich entlang. Mädchen mit Körben auf dem Kopfe für Einkäufe, andere mit einer Flasche oder Tasse, um Öl zu holen. Auch dies wird auf dem Kopfe getragen; denn die Bibi will beide Arme frei haben, weil sie mit ihren nur lose umgeschlagenen Tüchern dauernd zu schaffen hat. An ihrer ganzen Kleidung, die aus zwei dünnen Baumwolltüchern besteht, ist kein Knopf, keine Naht.
Auch die Männerkleidung muß erst gesäumt und genäht werden. In offenen kleinen Buden sitzen ein halbes Dutzend fleißige Suaheli an Nähmaschinen, nähen Mützen und säumen Tücher. Ein merkwürdiger Geschmack wird vielfach dabei entfaltet, z. B. Nachahmung von Oberhemden der Europäer mit Manschetten, die ohne Knöpfe getragen werden und bei jeder Arbeit hinderlich sind.
Das Nähen ist nach Anschauung der Suaheli eine Arbeit, die nicht schändet und deshalb auch von Männern ausgeführt werden kann, während Feldarbeit, Bereitung des Essens, Wasserholen von dem vornehmen Suaheli den Weibern überlassen wird.
An der Markthalle gab ich mein Reittier einem Boy, der es in den Stall brachte.
Auf dem Markt war viel zu sehen. Zwischen den Säulen der Halle bewegten sich die Käufer und Käuferinnen.