Die anspruchsloseste und am leichtesten anzubauende Frucht ist der Mohogo (Maniok). Ein kleiner Stock, in die Erde gesteckt, entwickelt sich in wenigen Monaten zu einem hohen Busch, der in der Erde zahlreiche, eßbare Knollen bildet. Wie oft haben meine Leute auf weiten Märschen ihren Hunger in einem Mohogofelde gestillt: mit einem kräftigen Ruck wurde der Busch aus der Erde gehoben und, wenn er dabei nicht abbrach, die Knollen abgerissen und geschält und das weiße Fleisch verzehrt.
Außer den genannten Früchten werden in der Nähe der Häuser in geringen Mengen angepflanzt: Zuckerrohr, Bananen, Ananas, Tomaten, niedrige und hohe Bohnensträucher und Rizinusstauden; an günstigen Stellen auch Tabak für den eigenen Gebrauch.
Nach sechs Wochen kam ich wieder an den Platz, wo ich den Elefanten geschossen hatte; Löwen und Hyänen, Geier und Marabu hatten soweit aufgeräumt, daß fast nur die riesigen Knochen übrig waren, auf denen die Haut in Fetzen hing.
Im Haushalt der Natur ging selbst die faule Flüssigkeit, die aus dem Kadaver herauslief, nicht verloren; denn Millionen von Larven wälzten sich darin und dienten kleinen Vögeln zur Nahrung.
In den Getreidefeldern findet man hie und da eine Kürbisstaude, und für den Export werden, auf Anregung der Kommunen, Erdnuß und Baumwolle angepflanzt.
Von Geräten für den Ackerbau kennt der Neger nur die Hacke und einen mit einem Stück Eisen beschlagenen Stock zum Jäten von Unkraut; außerdem Messer und Beil zum Roden des Busches.
Im Reinhalten der bebauten Äcker von Unkraut habe ich überall großen Fleiß gesehen. Auch der Maniok erfordert diese Mühe; denn das Unkraut gedeiht in dem mit der Hacke gelockerten Boden nach dem Regen üppig.
Daß trotz der Menge der Früchte und der Hilfsquellen, die der findige Eingeborene aus den Wäldern an wilden Früchten, Honig und eßbaren Wurzeln hat, die Hungersnot so häufig und verderblich auftritt, hat seine besonderen Ursachen. Vor allem liegt es daran, daß der Neger nicht mehr baut, als er bis zur nächsten Ernte unbedingt nötig hat. Kommt dann aber einmal durch Überschwemmung, Heuschrecken oder Dürre eine Mißernte, so trifft sie ihn völlig unvorbereitet.
Als Entschuldigung für diese Sorglosigkeit mag es gelten, daß sich Getreide in den Tropen sehr schwer aufbewahren läßt; der Neger kennt noch keine Mittel und besitzt noch keine Vorkehrungen, um Korn in großen Mengen gegen Feuchtigkeit und tierische Feinde zu schützen. Die Körner werden von Ameisen angefressen, oder, wie der Mais, von einem kleinen Rüsselkäfer angebohrt, so daß sie zum mindesten ihre Keimkraft verlieren. In geringen Mengen konservieren die Eingeborenen Maiskörner, indem sie die an den Kolbenblättern zusammengebundenen Kolben im Dachgebälk der Wohnhütten aufhängen und beständig unter Rauch halten; doch das ist wenig und im allgemeinen verkauft der Neger den Überschuß über den nächsten Bedarf billig an den Inder.