Ein gewisser Stumpfsinn, eine fast zufriedene Ergebung in den Zustand wirken so beruhigend auf den Zuschauer, daß ihm der Schrecken gar nicht so nahe geht und er das rechte Mitleid kaum empfindet.

Eigentümlich war die Haltung der Neger dem Bezirksamt gegenüber. Die Kommunen haben einen Notstandsfond, aus dem für die Eingeborenen Getreide gekauft wird, ohne daß sie es zu bezahlen brauchen. Sie sollen nur kommen und es sich holen. Das taten die trotzigen Bergbewohner in Matumbi und Kitschi nicht, obwohl sie sich unterworfen hatten; sie zogen es vor, in Massen zu verhungern!

Williger waren die Rufiyileute, und ich sagte mir, wenn jemand Hunger litt, dann sollten es nicht die Neger sein, die sich mir unterworfen hatten, sondern die Aufständigen! Deshalb faßte ich den Plan, die Mohogoäcker der Aufständigen in den Bergen abzuernten.

Ein Raubzug.

An einem bestimmten Tage wurden alle freundlichen Neger zur Boma bestellt.

Boten gingen an die Jumben, jeder, der mitmachen wollte, sollte sein Messer, einen Sack und für zwei Tage Essen mitbringen.

Achthundert Menschen fanden sich zur bestimmten Zeit ein; aber keiner hatte etwas zu essen bei sich. Sie vertrauten alle darauf, daß ich Wild schießen würde.

Zwei Tage konnte es dauern, bis wir die ersten Mohogoschamben erreichten, und ob ich Wild bekommen würde, war nicht sicher; ich brach schleunigst auf, weil die Leute immer hungriger wurden.

Die Neger wurden in Gruppen zu fünfzig Mann unter die Jumben oder andere Leute, die Autorität (kräftige Arme und ein großes Maul) hatten, verteilt; ich hielt eine Ansprache, in der ich den Plan erläuterte und um Disziplin bat, damit es uns gelinge, recht viel zu fressen einheimsen zu können.

Alle waren meiner Meinung und ich ging schnell voraus, fünf Stunden weit.