Der Führer brachte uns zu einem Dorfe an einem Abhang, der sich wieder zum Rufiyi senkte. Unten lagen die Felder der Eingeborenen. Der Fluß strömte über viele Steine und sein Bett verengte sich mehr und mehr. Wir hatten die Schnellen umgangen.

Die Panganischnellen des Rufiyi. Der Strom durchbricht hier, um die Ebene zu erreichen, einen steinigen Höhenzug. Wie ein großes Trümmerfeld, von Steinen bedeckt, lag das Bett in der Trockenzeit da; in der Mitte tobte das Wasser in einer tief eingegrabenen, zwanzig Meter breiten Rinne.

An den Stromschnellen des Rufiyi.

In den Abendstunden ging ich zu den Stromschnellen, die auf mich den Eindruck eines Naturwunders machten, weil ich so sehr an den breiten Strom gewöhnt war, wie er zwischen flachem Schwemmland träge dahinfloß. Hier waren seine Wassermassen wie von einer gewaltigen Hand in ein enges Bett gepreßt und tobten schäumend gegen die blank polierten Steine.

Ich stellte mich auf eine Steinplatte, die über das tosende Wasser hinüberreichte und photographierte.

Was wäre Menschenkraft in dem Strudel dort unter mir, in der wilden Bewegung!

Ich merkte, daß ich in einer furchtbaren Gefahr geschwebt hatte: ich hatte, als ich durch das Diopter meiner Kamera sah, das Bestreben gehabt, etwas zurückzutreten, um einen schönen großen Stein, der vor mir lag, mit auf das Bild zu bekommen. Zum Glück vergaß ich nicht ganz, wo ich stand, und sah mich noch einmal um: nur eines Fußes Breite hätte ich zurückzutreten brauchen um abzustürzen!

Wie leicht kann man sich im Eifer vergessen!

Das war ein Augenblick, an den ich immer wieder denken muß.