(Der Seemann wird überhaupt das Gefühl nicht los, daß die Bergsteigerei „unseemännisch“ sei. Da sind keine sicheren Wanten, kein Pferd und kein Jackstag! Die Steine wackeln und die Grasbüschel reißen aus, wenn man sich daran festhalten will!)

Einige Tage später kamen wir an eine Stelle, wo der Weg den Fluß wieder verließ und sich nach einer anderen Richtung wandte. Die Führer sagten, wir hätten einen weiten, wasserlosen Wald vor uns. Deshalb versteckte ich alle entbehrlichen Lasten im Busch und gab den freigewordenen Trägern Wasser zu tragen.

Dann folgten wir dem Wege in den Wald hinein.

Unsere Führer schienen recht mutig zu sein. Da war der breitnasige Alte, in seinem grauen Gehrock, und ein anderer junger Neger, dessen Eltern die Aufständigen entführt hatten. Wut schien sie zu beseelen. Sie zeigten von selbst eine gewisse Vorsicht und taten überlegen, als ich ihnen sagte, wir müßten betretene Wege meiden, ein einziger Schenzi, der zufällig durch den Wald streifte, könnte unsern Plan vereiteln. Auch vermieden sie, bei Tage über Blößen zu gehen, die von andern Abhängen aus sichtbar waren.

Die weiße Farbe meines Maskatesels beunruhigte mich; am liebsten hätte ich ihn mit nassem Lehm eingerieben oder in dichtem Busch zurückgelassen.

Als der Wald lichter wurde, machten wir halt. Alle legten sich hin; die Reittiere grasten hinter einem kleinen Hügel. Bei jedem Tier hockte ein Neger und haute ihm mit Zweigen über den Kopf, sowie es anfangen wollte, zu wiehern.

Es ist zu verräterisch, dies Wiehern! Und ist der Esel erst einmal dabei, dann dauert es eine halbe Minute lang. Meist sprang das halbe Lager auf, wenn ein Esel nur den ersten, gepreßten Atemzug tat, der das Konzert jedesmal einleitet.

Impallahantilopen kamen äsend auf uns zu.

Als es dunkel wurde, gingen wir weiter und erreichten eine Höhe, auf der das Zelt leise aufgeschlagen wurde.

Auf Kundschaft in der Nacht.