Ich ging am Abend um acht Uhr mit dem Akiden, dem Betschausch und zwei Führern Patrouille. Es war sehr hell; der Halbmond schien, und Monduntergang war erst um Mitternacht zu erwarten.
An einem sandigen Fluß machten wir halt. Die Führer legten sich auf die Erde und horchten; sie behaupteten, Menschen zu hören. Auch ich vernahm in der Ferne ein Stimmengewirr.
Plötzlich erhob sich auch dicht vor uns, unterhalb des Flußbettes, lauter, harmloser Gesang, und es schien ratsam, nicht weiter vorzugehen, um nicht bemerkt zu werden.
Wir gingen vorsichtig zurück und um zwölf Uhr nach Monduntergang zum zweiten Male in die Richtung auf das Dorf. Nun gelang es mir, die Lage der einzelnen Hütten festzustellen.
Es herrschte tiefe Stille. Einige Wachtfeuer brannten.
Befriedigt über das Resultat meiner Erkundung kehrte ich um und erklärte dem Unteroffizier meinen Plan: Ich wollte eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang in die Nähe des Dorfes gehen. Bis dahin wollten wir schlafen; doch schon um drei Uhr wachte ich auf, weil ein heftiger Regen auf das Zelttuch niederprasselte und mir kam der Gedanke, den Regen zu benutzen, um unbemerkt an das feindliche Lager hinanzugehen. Schnell ließ ich antreten.
Unter der Wolke wurde der Himmel wieder hell; der Regen konnte nicht mehr lange anhalten; doch prasselte er so laut auf die Blätter nieder, daß wir ungehört bis in die Nähe des Dorfes laufen konnten.
Den Betschausch schickte ich mit fünf Askari nach einigen Häusern, die abseits im Busch lagen. Fünf andere Askari beauftragte ich, sich an dem Wege, den die fliehenden Feinde voraussichtlich nehmen müßten, zu verstecken. Ich selbst ging mit Unteroffizier Lauer und zwölf Askari unmittelbar auf das Hauptlager los. Außer den Askari hatte ich zehn Träger, besonders flinke Kerle, mit; die sollten Gefangene machen. — Die Askari können in ihrer Ausrüstung nicht schnell genug laufen. —
Dicht vor den Häusern machten wir halt und legten uns auf dem Wege nieder.
Kurz danach hörte der Regen auf.