Vorsichtig ließ ich die einzelnen Askari im Busch an das Lager hinankriechen und befahl jedem einzelnen, sich ein günstiges Ziel zu suchen und den ersten Schuß abzuwarten. Wenn jeder geschossen hätte, sollten alle vorstürzen und mitten in das Lager hinein, so daß keiner der Schenzi Zeit habe, sein Gewehr zu spannen.
Plötzlich stieß mich Lauer an und zeigte nach hinten. Ungefähr hundert Schritt hinter uns brannte ein Lagerfeuer auf, an dem drei Gestalten saßen! Nur der laute Regen hatte es möglich gemacht, daß wir unbemerkt zwischen die Posten und das Lager kamen.
Mir wollte es anfangs nicht in den Sinn, daß die Männer, die dort in so greifbarer Nähe hockten, uns nicht gesehen haben sollten; aber diese Wächter hätten selbst Geräusch von unserer Seite nicht beachtet und geglaubt, es käme von ihren eigenen Leuten.
Allmählich wurde es heller; Männer kamen aus den Hütten; andere erhoben sich von Bettstellen, die im Freien um Holzfeuer herum standen. Ich konnte genau sehen, wie sie ihre Gewehre abwischten und mit ihren Pfeilen und einer Bierflasche hantierten.[47] Sie unterhielten sich laut.
Lauer, zwei Askari und ich lagen auf dem offenen Wege; als es immer heller wurde und wir uns nicht rühren durften, war das Licht wie ein Verräter; ich hatte das Gefühl, als zeigte jemand auf uns: „Da, da sind sie!“ Und die Spannung wuchs von Minute zu Minute.
Die Männer, die hinter uns am Feuer gesessen hatten, waren plötzlich verschwunden; wir wußten nicht, wo sie geblieben waren. Das Feuer brannte noch hell und ein langer Stock stand an dem Baume.
Ein Mann verließ das Dorf und ging in die Schamba; aber nicht auf unserm Wege.
Überfall beim Morgengrauen.
Endlich knatterte es in der Ferne; die Neger wurden unruhig, sprangen auf und drängten aus den Hütten heraus.