Obwohl ich die Träger rote Mützen hatte aufsetzen lassen, um sie von den Aufständigen zu unterscheiden, fürchtete man jetzt, in dem Durcheinander eigene Leute anzuschießen. Deshalb kehrte ich zum Dorfe zurück, wohin alle Gefangenen gebracht wurden.
Im Dorfe lagen die Leichen der Gefallenen.
Es war nicht schön, daß wir jetzt das Dorf plündern mußten; ich wäre gern weggegangen und hätte in meinem Zelte, fern von dem wüsten Bilde von Tod und Zerstörung, ausgeruht und gefrühstückt.
Aber wir mußten die Hütten in Brand stecken und dazu war es doch gut, daß sich meine hungrigen Leute, die ich auf den Raub vertröstet hatte, vorher herausholten, was sie an Lebensmitteln finden konnten. Hühner- und Taubeneier wurden angebracht. Töpfe mit Pombe; Mehl, Mais und Reis. Bald waren auch die Askariboys zur Stelle, und nun begann ein Plündern, an dem man die Rohheit dieser Menschen kennen lernen konnte.
Lauer und ich achteten darauf, daß wenigstens die Leichen nicht verstümmelt wurden; ich ließ sie aus den Häusern hinaustragen, bevor Feuer angelegt wurde.
Mehr konnten wir nicht tun. Schonung der Tiere zu fordern oder auch nur Anstoß zu nehmen an Rohheiten, wäre unnütz gewesen.
Die Hühner und Tauben waren von den Häusern nicht wegzutreiben, so sehr waren sie „domestiziert“.
Die Neger verfolgten sie; griffen sie. Die Tiere flüchteten unter die Dächer oder flogen auf den Dachfirst; die Verfolger warfen mit Stöcken oder Steinen nach ihnen und ließen sie ruhig weiter leben, wenn Glieder gebrochen waren.
„Chakula tu,“ „es ist ja nur etwas zu fressen,“ war die Antwort, wenn man schalt.
Als die Hütten schon brannten, lief ein Hund, den die Askari gefangen hatten, wieder in eine Hütte zurück, heulte kläglich und verbrannte.