Schließlich waren wir zufrieden, daß man uns nicht meuchlings ermordet hatte.

Die Gefangenen waren doch alle gebunden gewesen; und jetzt lagen die Fesseln zerschnitten da! Es mußte also wohl jemand im Busch herangekrochen sein, sich zwischen die Gefesselten gelegt und ein Messer von Hand zu Hand gegeben haben!

Natürlich machte ich mir Vorwürfe, daß ich im Busch gelagert hatte, anstatt einen freien Platz zu suchen; aber auch das hätte seine Nachteile gehabt!

Kurz, die Lehre, die man daraus ziehen kann, war: geht’s gut, dann war alles recht, und auf jede Überlegung, die man vorher machte, ist man stolz; geht’s schief, dann kommen Vorwürfe.

Und war nicht die Hälfte von alledem was ich getan hatte im Vertrauen auf Glück unternommen?

Als die Askari alle wieder zur Stelle waren und der drollige Askari Nyati[51] als letzter mit finsterem Ernst einen ängstlichen Pogoro anbrachte, mußten wir sogar herzlich lachen; denn der Askari hielt seinem Gefangenen eine Strafpredigt, wobei er alle Stimmregister, die auf einem Kasernenhof gehört werden, der Reihe nach zog. Er machte dabei ein ungemein überlegenes Gesicht und kaute nachlässig an einem Grashalm, während er den Unglücklichen fixierte, der kein Wort davon verstand.

Der Schluß der Predigt war das mit geschlossenen Zähnen, wie in Erbitterung gesprochene Wort: „Schuain“.[52]


Tierleben an den Schnellen.

Zwei Tage später näherten wir uns wieder den Bergen von Kibambawe.