Oft war die Wasserfläche mit unzähligen grünen Schwimmpflanzen bedeckt, die sich in den Teichen gebildet hatten und jetzt hinweggespült wurden, wenn sich das steigende Wasser von neuem in die alten Betten ergoß. Wir fuhren in großen Einbäumen stromab und sahen, daß weiter unten eine furchtbare Überschwemmung herrschte. Ganze Landstriche waren schon von den Eingeborenen verlassen; durch die Hütten strömte das Wasser.

Zufällig fanden wir noch eine kleine Insel, die noch nicht ganz überschwemmt war, und konnten dort übernachten.

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter und trieben in schneller Fahrt an einer Hütte vorbei, als unser Bootssteurer hinüberrief: „Vater, bist du noch da?“

Und eine Stimme antwortete: „Ja“.

Der Alte saß im Dachgebälk der Hütte, während das Wasser unten hindurchströmte.

Als wir fragten, weshalb er nicht auch fliehe, sagte unser Bootssteurer nur: „mzee“, was heißen kann, „er ist sehr alt und kann deshalb nicht mehr recht mit“, oder „es lohnt sich für ihn nicht mehr zu fliehen, er ist ja doch nicht mehr viel wert.“

Auf den weiten Wasserflächen war von den Flußpferdherden nichts zu merken. Die Tiere, die in der Trockenzeit auf kleine Teiche und auf den nicht allzubreiten Fluß beschränkt sind, verteilten sich jetzt auf ein großes Gebiet.

Die Boma in Mayenge war rings von Wasser umgeben. Das Wasser hatte den Befestigungsgraben so verbreitert, daß ein kleiner Fluß entstanden war, in dem die Boys Wettspiele trieben.

Im Anfang des Jahres 1906 war am Rufiyi eine Überschwemmung, wie seit vielen Jahren keine beobachtet wurde; der Mais, auf den die hungrigen Neger warteten, verfaulte auf den Feldern und die Hütten stürzten ein.