Ich hatte das Vergnügen, in Mayenge mit acht indischen Händlern abzurechnen, deren Getreide ich in ihren Läden hatte beschlagnahmen lassen, um es der notleidenden Expedition des Hauptmanns v. Wangenheim entgegenzuschicken. Manji Virji, Ganji Naranji, Emraji Damudal, Kilanjee und andere appetitliche Gesellen kamen; nur einer fehlte; gerade der, von dem behauptet wurde, daß er trotz dem Aufstand am meisten Gummi aus den Bergen einhandelte und den Aufständigen dafür gab, was sie brauchten, um den Krieg fortzusetzen.

Ich kann aus dieser für mich und die beiden Unteroffiziere ungemein anstrengenden, schweren Zeit, in der wir abwechselnd an Dysenterie und Fieber litten, erzählen, wie empörend für mich das Bewußtsein war, daß die Inder aus allem, was wir taten, ihren Vorteil zogen. Nahmen wir den Aufständigen ihre Nahrung weg, um sie zur Unterwerfung zu zwingen, dann bekam der Inder den wertvollen Gummi um so billiger — für ein kleines Quantum Matamakorn. Der Verdacht lag außerdem immer nahe, daß diese Händler mit Pulver und Zündhütchen einen einträglichen Handel trieben.

Ich fragte mich in dieser Zeit wiederholt, für wen wir eigentlich das Land haben, für wen wir die Opfer an Leben, Gesundheit und Geld bringen? Es schien mir so, als ob es für diese farbigen Händler sei, die mit treuherzigen Mienen dem Bezirksamt noch meldeten, wieviel Tausende sie durch den Aufstand verloren hätten. (Wahrscheinlich, um betrügerisch Bankerott zu machen und mit dem vielfachen Gewinn in ein anderes Gebiet zu verschwinden, wo sie dann wieder als arme Schlucker auftreten.)

Waren wir nicht an allen Ecken und Enden die Betrogenen? Beinahe das Werkzeug der Inder?

Macht uns denn Liebe blind gegen diese Leute? Und haben wir keine Ahnung davon, wie weit und wie reich an Schlupfwinkeln das Gebiet ist, in dem sich der Geschäftssinn eines unanständigen, gewissenlosen, vaterlandslosen Händlers bewegt?

Ich wünsche anderen, daß sie die Schmach nicht erleben, die ich empfand, als ich mich bei meiner monatelangen Tätigkeit betrogen glaubte.

Mein Ärger entlud sich auf den widerspenstigen Inder. Der Unteroffizier sagte mir rechtzeitig, daß dieser selbe Inder den Bezirksamtmann einmal gereizt und eine Ohrfeige dafür bekommen habe. Darauf habe sich der Inder beim Gouvernement beschwert und der Bezirksamtmann habe eine ziemlich hohe Geldstrafe zahlen müssen. Ich nahm mir deshalb vor, dem Inder diese Genugtuung nicht zu gönnen.

Als der Mann mit Gewalt geholt worden war, benahm er sich so herausfordernd, daß ich ihn durch die Askari aus dem Lager hinausbefördern ließ und ihm riet, in vierundzwanzig Stunden aus der Gegend zu verschwinden, weil ich ihn für einen gefährlichen Schmuggler hielte.