Den Graben, der um das Lager herumgezogen war, hatte das Wasser stark verbreitert; die Boys schwammen darin um die Wette.
Marsch in der Regenzeit.
Von Mayenge aus wollte ich zu Fuß in die Berge, aber dicht hinter der Boma mußten wir bereits übersetzen. Das nahm zwei Stunden in Anspruch, da die meisten Neger nicht schwimmen konnten und wir nur ein Boot hatten. Ich ließ die Träger vorangehen, bis das Wasser so tief wurde, daß nur die Köpfe heraussahen. Ein drolliges Bild: Über dem Wasserspiegel lauter Köpfe mit Lasten.
Zuerst schickte ich zwei Askari und einen Teil der Gewehre hinüber. Der Betschausch und ein anderer Askari versuchten zu schwimmen, ermüdeten aber mitten im Strom, weil jeder einen Gurt mit hundert Patronen umhatte. Auf ihre Hilferufe schwammen Lauer und ich so schnell wir konnten hinzu und halfen ihnen zum Ufer zurück.
Man glaubt nicht, wie ungeschickt sich die Leute anstellten! Ich verteilte die Askari im Wasser und ließ das Boot von Hand zu Hand stoßen; nur durch das tiefe Wasser wurde gerudert. Bei jeder Fahrt mußten sich einige Träger an dem schwimmenden Boot festhalten und wurden so hinübergebracht.
Am schneidigsten benahmen sich noch die kleinen Askariboys; sie schwammen mit großem Geschick. Alle anderen Leute fielen Lauer und mir zur Last.
Die Schwarzen waren sehr erstaunt über unsere Schwimmkünste; besonders bewunderten sie das Schwimmen auf dem Rücken mit anliegenden Armen und ausgestreckten Beinen, und fanden keine Erklärung dafür.
Das strömende Wasser und die Furcht vor den Krokodilen verwirrte die Neger; um vorwärts zu kommen, mußten wir in der Hitze alles selbst machen: Lasten im Boot verteilen, das Boot halten, die nassen Kerls hineinheben, Ertrinkenden und Gefährdeten helfen und sogar nach verlorenen Gegenständen tauchen.
Es war wirklich ein gräuliches Gefühl, in der gelben, undurchsichtigen Flut zu schwimmen, wo die Gefahr, vom Krokodil gepackt zu werden, so nahe lag!