Er brachte freimütig alle Klagen vor. Dann wickelte er aus seinem Tuch zwei Gummikugeln und bat mich, ihm Tabak dafür zu geben.

Als er den Tabak erhielt, war er nicht zufrieden. Er behauptete, es sei nicht genug und stellte zum großen Ergötzen der Askari, gefangen und gebunden, auf der „Wache“ sitzend, laut Vergleiche an zwischen dem Wert des Gummi und dem des Tabaks.

Der Unteroffizier klagte über Unwohlsein, er hatte Dysenterie. Ich selbst war todmüde nach den Anstrengungen des letzten Tages und hatte Kopfschmerzen. In der Nacht entstand Lärm und Schüsse fielen. Ich wickelte mich aus dem Moskitonetz, griff zur Büchse und sah, wie im Dunkeln ein Trupp Menschen aus dem Lager lief.

Kurz darauf brachten sie den Gefangenen angeschleppt, der rief. „Mein Anzug!“ Damit meinte er das kleine Baumwolltuch, das er um die Hüften trug. Neben mir stand der Unteroffizier. Ich dachte nicht daran, daß er auch krank war, befahl ihm, nachzusehen, daß der Gefangene besser gebunden wurde und legte mich sofort wieder hin.

Der Mann schrie weiter und ich hörte, wie die Askari versuchten, ihn zu beruhigen. Er wimmerte eintönig und die Askari lachten darüber. Allmählich wurde er still und nur die Wache unterhielt sich leise.

Am nächsten Morgen wurde mir gemeldet, der Gefangene sei tot.

Die schwarzen Mitbrüder.

An dem Toten war nichts zu erkennen, woraus ich auf die Ursache seines Todes schließen konnte. Sanitätsunteroffizier Lauer war vor Schwäche nicht imstande, den Leichnam zu untersuchen. Hunderte von Ameisen krabbelten über den Körper des Toten. Ich konnte nur feststellen, daß seine schwarzen Brüder ihn recht fest gebunden hatten, um vorzubeugen, daß er noch einmal wegliefe, und ich konnte leider den abscheulichen Verdacht nicht los werden, daß die Wache ihn einfach erstickt habe, damit er Ruhe hielt.

Ein Verhör der Posten führte zu nichts; sie sagten, der Mann sei eingeschlafen und gegen Morgen tot gewesen.