Wir schossen zwei Riedböcke und ein Wildschwein und kehrten zu den Booten zurück.

Die Mattigkeit nahm zu; der Appetit fehlte. Ich kam zu der Überzeugung, daß ich Malariafieber hatte, und nahm Chinin.

Mein Begleiter hatte noch kein Fieber und glaubte deshalb (wie viele, die im Anfang damit verschont blieben), er bekomme es nicht.[55] Er sagte, es könne auch ein Erkältungsfieber sein und nahm kein Chinin.

Es ist ein Unglück, wenn die Europäer einer Expedition krank sind. Es ist, als ob die Spannkraft aller Neger sofort nachlasse, wenn der Weiße von einer Krankheit gedemütigt wird. Die Neger verlieren den Glauben an ihn. Bummelei und Ärgernis treten auf und Mißerfolge erhöhen das Leiden des Weißen.

Ein Posten schlief auf Wache, so daß ich ihm sein geladenes Gewehr wegnehmen konnte.

Die Wache bei den Booten hatte auch nicht aufgepaßt; ein ganzes Boot mit Lasten fehlte am Morgen.

Das Marschieren wurde uns an diesen Tagen sehr schwer. Es war kein Wind und die Sonne brannte auf den Sumpf hernieder, während wir meilenweit bis an die Knie im Wasser und durchweichten Boden wateten. Da war es oft, als wollte das Herz seinen Dienst versagen und man hatte den Wunsch, sich lang im Wasser hinzulegen.

Mein Begleiter war ganz still; wir konnten uns gegenseitig wenig Mut abgeben.

An dem Abend dieses Tages erreichte mein Fieber den Höhepunkt. Mit glühend heißen Schläfen lag ich im Zelt und kühlte mit nassen Tüchern.

Die Boys zeigten ihr Mitgefühl dadurch, daß sie nahe bei unseren Zelten die Trommel zum Tanze schlugen. Es war mir eine Qual das zu hören, aber ich fand nicht den Entschluß, es zu verbieten. Ja, es beruhigte mich innerlich geradezu, durch den Lärm an dies trotzige, gedankenlose Leben erinnert zu werden.