Eine Dhau aus Kilwa auf dem Mohorrofluß.

An der Küste.

Die über siebenhundert Kilometer lange Küste Deutsch-Ostafrikas ist reich an guten Häfen für die größten Schiffe, an Creeks und stillen Buchten für den Dhauverkehr und die Fischerei der Eingeborenen. Inseln und Bänke sind dem Festlande vorgelagert und schützen gegen die Dünung des Indischen Ozeans.

Dadurch zeichnet sich die Küste aus vor der des südlichen und westlichen Afrikas, die schwer zugänglich ist, und an der sich die Schiffahrt der Eingeborenen nicht hat entwickeln können. Der Küste gegenüber liegen die großen, fruchtbaren Inseln Pemba, Sansibar und Mafia.

Die Nähe der Insel Sansibar und das Vorhandensein reichbevölkerter Inselgruppen im Indischen Ozean, die Wind- und Wetterverhältnisse, die den Verkehr mit Indien und Arabien begünstigten: dies alles hat dazu beigetragen, daß hier zu allen Zeiten ein reger Handelsverkehr bestand.

Der Segelschiffverkehr an der Küste von Deutsch-Ostafrika steht im Zeichen von regelmäßig alljährlich auftretenden Winden; sieben Monate lang weht bei Sansibar der Südwest-, drei Monate der Nordost-Monsun. In der übrigen Zeit ist der Wind unbestimmt; die beiden regelmäßigen Winde aber sind die Grundlage des Handels zwischen Ostafrika und Indien.

Gegen Ende November, wenn der Nordostwind seine volle Stärke erreicht hat, füllt sich der Hafen der schönen Nelkeninsel mit Inderdhaus. Aber auch Mombasa, Daressalam und Mocambique werden von diesen altertümlichen Holzschiffen angelaufen.

Die Unsicherheit der Festlandsküste war vor allem Ursache der großen Bedeutung Sansibars; es wurde der Stapelplatz für alle Güter, die aus Ostafrika herauskamen und die Operationsbasis für Unternehmungen nach dem Innern des Kontinents.

Zugleich war es der günstigste Platz für den Sklavenmarkt, weil die Insel als fast einziger Produzent der Gewürznelken in der ganzen Welt stets Arbeiter in den Pflanzungen beschäftigen konnte, und Menschenkräfte dort nicht brach zu liegen brauchten.

An die Geheimnisse dieses Handels wird erinnert, wer in den Gewässern zwischen den Inseln und dem Festlande tagelang kreuzt, wie wir es mit S. M. S. Bussard taten.