Uns zeigte Herr Wendt damals die ersten Erfolge; die Mitafifi Baumwolle, (die von der Leipziger Baumwollspinnerei mit 85–86 Pfg. pro ½ kg bewertet wurde), die Schamben der Kommune Saadani und einiger Ansiedler; das gute Vieh: Buckelrinder und Esel. In Saadani ist das erste große Bauwollunternehmen in Deutschostafrika.

Der Gedanke, in Kolonien Baumwolle zu bauen, ist vielleicht älter, als man in Deutschland allgemein glauben mag.

Jetzt, wo das Interesse dafür so groß ist, sei es erlaubt, auf eine solche frühe Anregung hinzuweisen.

Johann Jakob Sturz, einer der rührigsten Vorkämpfer deutscher Überseepolitik, hat schon ein Jahrzehnt bevor Deutschland die ersten Schritte in dieser Richtung tat, an eine Kolonisierung Afrikas gedacht; eine der vielen, anregenden Schriften, die er, unermüdlich anspornend unter den Gebildeten seines Vaterlandes verbreitete, trägt auf dem Umschlag eine Kartenskizze Ostafrikas vom Sambesi bis zum Juba.[2]

Wie vieles, was dieser seltene Mann, seiner Zeit vorauseilend, gedacht hat, ist auch dieser Traum zur Wirklichkeit geworden. Freilich anders als er zu hoffen wagte; Sturz schlug vor, ein neutrales Ostafrika zu schaffen, in dem Deutschland gleichberechtigt neben England Handel treiben könne. „Vielleicht schon in zwanzig Jahren“, schrieb er (der immer das größte hoffte), „entwickelt sich dort eine Baumwollkultur, welche die aller anderen Länder zusammengenommen in Schatten stellt; denn Millionen von Händen werden sich ihr widmen, sobald sie nur Abnahme ihres Produktes finden, und wie sollten sie das nicht bei dem sicherlich leicht herzustellenden Transport zur Küste, teils durch bereits weit befahrbare Flüsse, teils durch wohlfeil herzustellende Straßen und Bahnen jeder Art?!“

Nördlich von Saadani liegt die Stadt Pangani an der Mündung des Pangani. Der Pangani kommt vom Kilimandscharo; seine Mündung ist sehr verschieden von der des Wami, des Rufiyi und des Rovuma; er durchbricht an der Küste einen niedrigen Höhenzug und hat nur einen Mündungsarm.

Der Bussard ankerte auf Reede etwa zwei Seemeilen von der Stadt entfernt. Es fuhren nur wenige Routineboote, die je nach dem Strom gut oder schlecht vorwärts kamen.

Ich besuchte die alte Araberstadt und die Plantage Buschirihof und kam spät am Abend zurück, zum Bezirksamtsgebäude am Ufer des Flusses.

Der Bussard sollte am Morgen um drei Uhr nach Saadani in See gehen; ich mußte also unter allen Umständen sofort an Bord fahren. Die Europäer der Stadt waren alle mit den Booten fort, und mir stand kein Ruderboot zur Verfügung. Nach langem Hin- und Hersuchen fand ich endlich eine kleine, offene Dhau mit drei Negern, die mich hinaussegeln wollten.