Das Fahrzeug machte keinen guten Eindruck; da es aber stockdunkle Nacht war, sah ich das erst, als ich mit Büchse und Rucksack an Bord gestiegen war und der Anker hochgenommen wurde. Es war kein Wind und das große Segel hing lose an der Raa; als der Anker aus dem Grunde war, trieb das Boot schnell zwischen anderen Fahrzeugen hindurch der Mündung des Stromes entgegen.
Ein kurzer Wortwechsel entstand zwischen dem Neger am Steuerruder und den beiden schwarzen Matrosen vorne; ich achtete nicht darauf. Plötzlich aber sprangen die beiden über Bord, schwammen an Land und kletterten an das Ufer.
Mein Bootsführer sagte, er könne nicht allein fahren; draußen wehe heftiger Wind und schwere See sei gegenan.
Ich entgegnete, er solle die Schot und das Segel, ich würde die Ruderpinne nehmen.
Er traute mir oder seinem Fahrzeug nicht und meine Lage war nicht erfreulich.
Hinter Ras Muhesa, das sich dunkel zur Rechten erhob, und über Kikogwe stand eine noch dunklere Wolkenwand, und das Rauschen der hohen Brandung zur Linken kam immer näher.
Auf weitere Fragen antwortete mein Kapitän nur mit einem „bismillah“; und einmal müßten wir ja doch sterben. Dazu hatte ich allerdings noch keine Lust.
Noch war die Luft ruhig, das Boot fing an, einer langsamen Wellenbewegung zu folgen und plötzlich straffte ein heftiger Wind das morsche Segel; die Baststricke knarrten und ich fühlte starken Druck auf dem Ruder. In schneller Fahrt, von Wind und Strom getrieben, ging es einer immer wachsenden Dünung entgegen. An Backbord blieb die Brandung zurück, an Steuerbord tauchte die Wracktonne auf, die unter Ras Muhesa liegt und eine Stelle bezeichnet, die zu meiden ist, weil ein gesunkenes Schiff dort liegt.
Das Boot stampfte mächtig ein und starke Spritzer kamen über.
Der Neger schlug vor, umzukehren und abzuwarten bis der Wind nachlasse.