Da war wieder eine Gefahr; denn eine Dhau wie diese wendet nicht, sondern geht vor dem Wind über den andern Bug, was man in der Seemannssprache „halsen“ nennt.

Mit nur einem Mann für das große Segel ist es ein gewagtes Stück; man weiß nicht, wo das Segel während des Manövers bleibt und ob nicht die Schot brechen wird, wenn der Wind von der anderen Seite plötzlich hineinfährt.

Zudem kannte ich das Material nicht, daß ich in der Hand hatte.

In der Mündung des Pangani.

Mir blieb also nichts übrig, als ein „inshallah“ zu murmeln, das Ruder zu legen und abzuwarten, was vorne der Neger unterdessen in der Dunkelheit fertig bringen würde. Und es gelang; das Segel schlug heftig, aber die Stricke hielten, die Schot stand jetzt an Steuerbord und derselbe Wind trieb uns wieder der Mündung des Stromes zu, bis er hinter dem Kap schwächer wurde und die entgegenwirkende Strömung des Wassers ihm das Gleichgewicht hielt, so daß das Boot zwischen den beiden entgegengesetzt wirkenden Kräften auf einer Stelle lag.

Ich war völlig durchnäßt; bald kam rechts die Brandung zu nahe, bald links die Wracktonne; denn ich war jetzt in der nur etwa 150 m breiten Fahrrinne. Ras Muhesa aber blieb in derselben Peilung, trotzdem der Wind voll im Segel stand und das Wasser rauschend an dem Boot vorbeiging.

Da sagte ich dem Neger, er solle den Anker werfen, weil wir nicht vorwärtskamen und in Gefahr waren, dem Riff oder dem Wrack zu nahe zu kommen. Er ging nach vorne und warf den eisernen Anker über Bord; der hielt und als wir das Segel festgebunden hatten, lag das Boot auf dem Strome.

Nach einer Stunde machte ich einen neuen Versuch, mußte aber wieder umkehren und ankern; denn der Wind hatte noch nicht nachgelassen. Ich schöpfte das übergekommene Wasser aus und hielt mich durch diese Arbeit leidlich warm.

Endlich schien der Wind abzuflauen, und ich nahm wieder den Kurs nach See hin.