Der Neger hatte noch einmal Einwände, aber ich konnte nicht länger warten.
Es war eine aufregende Fahrt. Stockdunkel; nur die Lichter des ‚Bussard‘ in der Ferne. Das alte zerbrechliche Boot stampfte tief in die See ein und füllte sich immer mehr mit Wasser. Der Wind sauste und trieb mir salzige Tropfen ins Gesicht.
Aber die Lichter kamen näher; das Kriegsschiff nahm greifbare Gestalt an.
Wir waren nur noch zweihundert Meter vom Heck entfernt, als eine heftige Regenböe herniederfuhr und uns das Schiff fast den Blicken entzog. Kein Mensch sah uns von Bord aus, denn Lichter führten wir nicht.
„Wirf die Schot rechtzeitig los!“ rief ich dem Neger zu, weil mir der Gedanke kam, wir könnten an dem Schiff vorbeitreiben und es dann aus Sicht verlieren.
„Die Schot ist fest, gib mir schnell ein Messer“ antwortete hastig der Schwarze.
Ich suchte unter mir, wo der Rucksack im Wasser lag, konnte aber das Messer nicht finden; jetzt bekam ich wirklich einen Schreck. Ich wollte wenigstens bemerkt werden, um eine Leine zu bekommen und rief so laut ich konnte: „Bussard!“
Die Stimme des ersten Offiziers antwortete, der an Deck kam und die Bootsgäste der Wache ans Fallreep schickte.
In voller Fahrt hielt ich an der Bordwand entlang. Irgend etwas mußte geschehen und wenn der Mast unter der Backspier abbrechen sollte!
Da flatterte plötzlich das Segel lose im Winde. Der Neger hatte mit aller Kraft an dem Tau geholt; die Schot war gebrochen. Eine Leine wurde mir zugeworfen und ich turnte an Bord. Ich konnte von Glück sagen, daß die Fahrt in dem schwachen Boot so gut abgelaufen war.