Ich schickte einen Mann ins Dorf zurück, mit dem Auftrage Träger zu holen, lüftete das erlegte Tier und ging schnell weiter, weil die Sonne längst hinter den Bergen stand. Kurz bevor das Büchsenlicht schwand, bemerkte ich zwei starke Schweine. Ich pürschte mich an, war aber fast froh, daß ich nicht auf Schußweite hinankam, so sehr stand ich unter dem Eindruck der nutzlosen Abschlachterei dieses Wildes, das sich meist so hilflos übertölpeln läßt.

Etwa achtzig Leute (zum Teil Kinder) waren ausgezogen um den erlegten Keiler einzubringen. Die Tatsache, daß ich zwei Schweine kurz hintereinander schoß, und daß das eine ganz tolle Sprünge machte, wurde immer wieder erzählt und belacht. Manche Leute grinsten auch wenn sie den Keiler nur ansahen. Der Grund war, daß die Schweine ihre Feinde waren und mit Pfeil und Bogen von den Mohogopflanzungen vertrieben werden mußten. Man tat also der Landwirtschaft einen Gefallen, wenn man sie totschoß.

Die Wanjamwesi schnitten das Wildpret in große Fladen, steckten Stöcke hindurch und stellten es an das Feuer.

Ich legte mich todmüde in mein kleines Zelt und sagte einem Boy, den ich neu angenommen hatte, er solle das Licht auslöschen; er sah mich ungläubig an und tat es erst auf meinen zweiten Befehl.

Borassuspalme.

Draußen erzählte er dem älteren Boy, ich schliefe ohne Licht! „Kein Europäer schläft bei Licht,“ belehrte der ihn, worüber der andere sich sehr wunderte; denn der Neger schläft immer bei Feuer, der Kälte wegen, und weil der Rauch die Insekten verscheucht und das Feuer die Raubtiere fernhält.

Gegen zwei Uhr wachte ich auf und hörte draußen ein Gemurmel; ich steckte den Kopf aus dem Zelt und sah die Träger dicht um das Feuer gelagert. „Weshalb schlaft ihr nicht?“ „Wir können nicht, es ist zu kalt,“[4] war die ganz natürliche Antwort. Und in der Tat ist es hart, sich jede halbe Stunde Schlaf durch Auflegen eines neuen Stückes Holz erkaufen zu müssen!

Wirklich war es bitter kalt. Im Osten über den düsteren Bäumen leuchteten zwei helle Sterne. Ich zog meine große Jagddecke über mich und fror selber, weil ich die Matratze zu Hause gelassen hatte, um die Bettlast zu erleichtern.