Ich ging zu dem Anschuß; hellroter Schweiß führte von dort bis zu der Stelle, wo der Bock den Fluß angenommen hatte.

Alle Schwarzen standen am Fluß; da war guter Rat teuer! Einer wollte nachspringen und tauchen, sagte aber, er dürfte es nicht, der Krokodile wegen, denn er habe gestern ein Rind geschlachtet.

Weiter unten floß der Strom über viele Steine. Dort stellte ich zwei Neger auf, die aufpassen sollten, ob der Bock vielleicht mit dem Strome antriebe.

Ich war noch nicht zehn Minuten weitergegangen, als ich rufen hörte: „Sie haben ihn gefunden! er ist an den Steinen! Du mußt nochmal schießen; die Krokodile halten ihn fest.“ Ich hielt die Büchse hoch und lief, so schnell ich konnte den steinigen Pfad hinunter an den Fluß. Unsicher war ein grauer Gegenstand, auf den die Schwarzen zeigten, oberhalb eines Steines als der Bock anzusehen, und man konnte erkennen, daß dem Körper eine fremde Bewegung mitgeteilt wurde. Der Neger, der dicht dabei auf einer trockenen Felsplatte im Strome stand, versicherte mir, er sehe ein Krokodil.

„Paß auf, ich schieße!“ Unterhalb des Steines tauchte der Kerl unter. Als ich geschossen hatte, trieb der Bock auf den Stein los (ich hatte etwas daneben ins Wasser gehalten).

Der Neger griff zu und zog den dunklen Bock ganz zu sich hinauf; da lag er nun.

Es war ein erfreulicher Anblick für das Auge eines Jägers: im Rot der untergehenden Sonne der Stein mitten im Fluß, rings umströmt von rauschendem Wasser, darauf lang hingestreckt der Buschbock mit dem wehrhaften, schwarzen Gehörn; daneben die Gestalt des Negers.

Halb gehend, halb schwimmend, zogen die Neger den Bock an den Hörnern zum Ufer.

Mitten zwischen den Hörnern, zwei Finger breit über dem Atlas war meine zweite Kugel eingedrungen und saß zwischen dem linken Unterkiefer und der Decke. Der erste Schuß hatte den Hals auf der linken Seite handbreit über der Schulter durchschlagen, ohne die Wirbel zu verletzen. Der Ausschuß war stark erweitert; vielleicht schon von den Krokodilen.

Als längst die Feuer brannten und die Unterhaltung der Träger verstummte, ging ich zwischen den Palmen hindurch und stand noch lange auf einer Anhöhe, über dem weiten Tal.