Der Erfolg des Vorstoßes machte sich schon am nächsten Tage bemerkbar. Die benachbarten Jumben (Dorfältesten) kamen mit ihren Leuten und gaben Gewehre ab. Während die Eingeborenen das Bezirksamt bisher mit Klagen über Ausschreitungen der Aufständigen überschüttet hatten, herrschte heute völlige Ruhe. Auch in Mohorro gingen die Europäer unbewaffnet über die Straße; die Spannung, die Tag und Nacht auf allen gelegen hatte, machte einer größeren Zuversicht Platz. Wir hatten angegriffen und dadurch einen gewissen Bann gebrochen.
Mittlerweile kam eine genaue Nachricht über die oben erwähnte Ermordung des Ansiedlers Hopfer im Kilwabezirk: Hopfer war krank und ließ sich von seinen Negern zur Küste tragen, während Aufständige ihn verfolgten. Als sie näher kamen, liefen seine Träger davon. Er versteckte sich im Busch; doch sein kleiner Hund schlug an und verriet ihn. Hopfer erschoß mit seinen letzten Patronen mehrere Angreifer und wurde dann mit Äxten erschlagen.
In den nächsten Tagen ließ ich rings um die Gebäude der Station Bananen und Buschwerk abhauen, um freies Schußfeld zu bekommen. Um meine Kenntnisse des Kisuaheli zu verbessern, ging ich oft unter die Bevölkerung und wohnte jeder Gerichtssitzung bei. Auch bei den Askari gab es allerlei für mich zu lernen, was mir neu war und bei weiterer Tätigkeit hier helfen konnte.
Malereien an der getünchten Wand einer Hütte.
Der Kalk ist um die Figuren herum fortgekratzt. Die Figuren stellen dar: einen Schenzi mit Schild, Keule und Speer; einen fieberkranken Mann, der sich von seiner Bibi den Kopf massieren läßt, einen Fisch, eine Antilope, einen Leoparden und einen Askari. Solche Anfänge bildender Kunst sind in Ostafrika sehr selten.
(Nach einer Zeichnung des Verfassers.)
Malereien an der getünchten Wand einer Hütte.
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