Die Akiden haben sich durch Strafgeld bereichert und den Aufstand benutzt, Geld verschwinden zu lassen.
Dorfstraße am Rufiyi.
Unter dem überstehenden Dache des Hauses links schlief ich einmal, als eine Herde Elefanten in der Nacht zwischen den Häusern hindurchging. Rechts stehen Askari bei Bettstellen, die sie sich zum ausruhen aus den verlassenen Hütten geholt haben. In der Mitte sieht man unsere Reitesel.
Für den nächsten Tag hoffte ich auf einen Handstreich gegen die Schenzis. Die von den Bootsleuten bezeichnete „Boma“ der Aufständigen sollte etwa zwei Stunden von meinem Lagerplatz entfernt sein; das bestätigte mir auch der Akide. Ich selbst wollte um 4 Uhr morgens mit der Hälfte der Truppe so schnell als möglich vorgehen. Stabsarzt Engeland sollte bei Tagesanbruch mit dem Rest der Truppe und mit der Trägerkolonne folgen. So glaubte ich schneller und sicherer an den Feind zu kommen, als wenn ich stets mit dem ganzen Troß marschierte. Außerdem konnte das Lager beim Tageslicht leichter abgebrochen werden als bei Nacht.
Pünktlich um 3½ Uhr weckte der Posten, und eine halbe Stunde später verließ ich das Lager mit zwei Unteroffizieren, sieben Matrosen und achtzehn Askari. Der Akide zeigte den Weg. An der Spitze gingen Sergeant Kühn und ich. Wir schlichen durch verlassene Dörfer, drangen in die dunklen Hütten, die leer waren, und prüften jedes Feuer in den Herdsteinen auf sein Alter.
Als es hell wurde, gingen wir lange durch niedrigen, offenen Wald und kamen gegen 7 Uhr über eine Anhöhe, die sich in sanftem Abfall zum Rufiyi senkte.
Da stieg eine Rauchwolke aus dem Schilf empor; der Akide sagte, das sei der Platz, an dem wir die Schenzis vermuteten.
Um ungesehen näher zu kommen, gingen wir seitlich in den Wald und sahen hier plötzlich eine Hütte mit Wachtturm vor uns. Schwacher Rauch stieg daraus empor. Wenn uns die Wächter bemerkten und Lärm schlugen, war der Überfall mißglückt; ich gab deshalb dem Sergeanten einen Wink. Wir liefen auf den Zehen um das Haus herum, drangen leise in die offene Hütte hinein und schlugen die drei Leute, die dort auf Maisvorräten schliefen, mit den Fäusten nieder, ehe sie zu den Waffen greifen konnten; dann wurden sie gefesselt. Die Überraschung dieser Wächter war so groß, daß sie nur unartikulierte Töne wimmerten.
Ich teilte nun meine kleine Truppe in drei kleinere Abteilungen, deren eine ich selber führte, die zweite Sergeant Kühn, die dritte der Betschausch. Während ich langsam in gerader Richtung vorging, sollten Sergeant Kühn und der Betschausch von links und rechts das Lager umfassen. Aber trotzdem hier kein Schuß gefallen war und wir keinen Lärm machten, mußten wir schon bemerkt sein; denn als ich über eine niedrige Anhöhe kam, sah ich viele Bewaffnete in der Ebene unruhig hin und her laufen. Um besser sehen zu können, lief ich etwa dreißig Schritt vor, blieb stehen und hob mein Doppelglas.