Die Kriegssteuer.
So waren mir die Flügel beschnitten und wenn mir nicht neue Askari gesandt wurden, konnte ich meinen Forderungen den Negern gegenüber nicht mit Waffengewalt Nachdruck geben. Aber vorläufig wirkten die Gefechte der letzten Wochen nach; die Neger kamen, gaben Gewehre ab und zahlten die geforderten Strafgelder. Als Bedingung für die Unterwerfung hatte der Gouverneur festgesetzt: Die Aufständigen sollten ihre Waffen abliefern, und jeder erwachsene Mann drei Rupien[11] Kriegssteuer zahlen. Dies ließ ich durch die beiden Akiden an die Jumben bekannt geben, soweit diese Dorfschulzen nicht auch im Busch bei den Aufständigen weilten.
In Scharen, oft zu hunderten, kamen die Neger an, und wir hatten alle Hände voll zu tun, das Kupfergeld zu zählen, die Namen der Unterworfenen in eine Liste einzutragen und jedem seinen numerierten Quittungszettel auszustellen; eine sonderbare Tätigkeit.
Anfangs waren die Namen nicht zu verstehen, bis man sich an den Klang gewöhnt und sich ihre Schreibung erdacht hatte. Dazu war ein dauerndes Hin- und Herfragen nötig, wobei der Akide oft erklärend dazwischen kommen mußte, während einige Askari das Publikum mit dem Geschick von Straßenpolizisten sortierten.
Um den Transport zur Küste zu sparen, ließ ich die Gewehre an Ort und Stelle zerschlagen und in den Strom werfen, wo sie von Fafner, dem großen Krokodil, wohl noch heute bewacht werden, damit sie nicht neuem Frevel dienen.
Bald kam die Nachricht, zwanzig Askari seien für mich von Daressalam nach Mohorro in Marsch gesetzt; bis zu ihrer Ankunft müsse ich mich gedulden und, meinem Befehle gemäß, in Mayenge stehen bleiben. Die wenigen Wochen dort erschienen mir wie eine Ewigkeit; als einzige Abwechselung hatte ich die Jagd, die ich schon aus Rücksicht auf Verpflegung meines Kriegslagers eifrig ausüben mußte.
Die Boma bei Mayenge.
Auf dem geebneten Platze exerzieren die Askari.
Zu besonderer Freude erhielt ich ein Telegramm, das mit dem Namen des Gouverneurs unterzeichnet war: „Spreche Ihnen und Ihren Mannschaften meine Anerkennung und Dank aus.“