Die Boma bewährte sich an ihrem Platze sehr gut; sie lehnte sich auf einer Seite an den Nebenarm des Flusses an, an dem eine Menge Boote bereit lagen zum Übersetzen und um jederzeit nach der Küste zurückkehren zu können.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses wohnten die friedlichen Eingeborenen, die uns mit Eiern und Mehl versahen und Träger und Boten stellten, wenn es gefordert wurde — natürlich alles dies, wie in Friedenszeiten, gegen Bezahlung. —

Arbeit gab es täglich. Ähnlich mag die Gründung einer Station vor sich gehen; ich konnte mir vorstellen, welche Freude es macht, einen Ort zu entwickeln, Anlagen und Wege zu schaffen und das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen.

Ein hoher Zaun aus eingerammten Bäumen umgab im Halbkreis den Platz, auf dem die Zelte der Europäer, die Hütten der Askari, die Küchen, der Eselstall und das Hühnerhäuschen verteilt waren. Am Tor befand sich die Wache; dort saßen die Gefangenen, die Tags unter Aufsicht arbeiteten.

Meine Askari.

Vor der Umzäunung wurde ein großer Platz planiert und von Gras gesäubert, um Übersicht zu bekommen. Täglich sah man Sergeant Kühn hier mit den Askari exerzieren und in kurzer Zeit wurde aus zum Teil ganz neu eingestellten Negern eine brauchbare Truppe. Man konnte beobachten, wie das Beispiel einiger alter Sudanesen — der beste Soldatentypus unter den Negern — bei meinen Leuten Nachahmung fand.

Die Uniform und die Waffen machten aus den unscheinbaren Buschnegern in wenigen Wochen brauchbare Soldaten. Jeder füllte seinen Platz in der Linie aus, wenn es zum Gefecht kam, und oft hatte ich das Gefühl, daß von dem Geist, der in den wenigen geschulten Soldaten meiner Truppe steckte, ohne weiteres dabei etwas in diese Mitkämpfer überging. Das Zutrauen, das in sie gesetzt wurde, machte sie stolz und hob ihre Leistungen. Sie schossen schlecht; aber darauf kam es auch weniger an; wir Europäer und einige der älteren Askari trafen genug. Die übrigen verlängerten die Schützenlinie, stärkten durch Knallen den moralischen Eindruck und griffen herzhaft zu, wenn es galt, Gefangene zu machen.

Eines Morgens stand ich um vier Uhr auf, um auf dem Nordufer zu jagen.