Zwischen die letzten Vorläufer der Berge und die eigentlichen, steilansteigenden Höhen war ein langes, stilles Tal geschoben, dessen Wasser mit dem Rufiyi in Verbindung stand. In der Trockenzeit waren an beiden Seiten breite, völlig kahle Uferränder, über die das Wild gehen mußte, wenn es aus dem hohen Uferwald zum Wasser kam.
Unzählige Krokodile bewohnten das Gewässer, das malerisch zwischen den Bergen lag. Flußpferde fühlten sich hier ganz sicher und durften unbehelligt gelassen werden, weil sie auch in der Nähe keinen Schaden anrichten konnten. In einem flachen Ausläufer des Sees sah ich Nilgänse mit Jungen. Weiße Reiher, Pelikane, und Störche waren auch hier nur in recht beschränkter Zahl; Flamingos habe ich am Rufiyi gar nicht beobachtet.
Wasserbock.
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GRÖSSERES BILD
Baumwolle.
Hinter dem See hatten Eingeborene Baumwollfelder angelegt, denen man ansah, daß die Neger über die neue Kultur noch nicht unterrichtet waren: die Pflanzen waren sehr dicht aufgegangen und dann von den Negern nicht gelichtet worden, so daß sie sich gegenseitig in die Höhe trieben und keine Kapseln ansetzten. Ähnlich verfehlte Anlagen gab es viele in den Bergen. An einigen Stellen standen die Stauden zu dicht, an anderen fehlten sie ganz, und für Reinhaltung von Unkraut war offenbar keine Hacke angerührt worden. Da mußten dann die Erträge fehlen. Die Neger sahen nicht, was ihnen der Baumwollbau nutzen sollte und so ist der Druck, den die Bezirksämter auf die Neger ausübten, um sie zum Anbau von Baumwolle zu zwingen, eine der wenigen, sichtbaren Ursachen des Aufstandes geworden.
Gehörn eines Gnubullen.
Bevor private Unternehmer den Aufkauf, die Entkernung und den Versand der Baumwolle in die Hand nahmen, wollte man diese Aufgabe den Kommunen der Bezirke geben, um so den Anbau des wichtigen Ausfuhrartikels zu fördern; die Jumben wurden zum Bezirksamt gerufen, bekamen Saat ausgehändigt und wurden angeleitet, wie sie zu pflanzen sei. Jedes Dorf sollte eine gemeinsame Baumwollpflanzung unterhalten, und der Erlös der Ernte auf die Arbeiter verteilt werden.