Auch hierbei ließen sich die Dorfältesten zu Unterschlagungen verleiten, und der Zwang, den sie auf die Arbeiter ausübten, wurde bei dem geringen Erfolg doppelt mit Unwillen aufgenommen.

Mein Vater.

Eines Tages brachte die Post die frohe Nachricht, daß mein Vater in Mohorro eingetroffen sei und versuchen wolle, zu mir zu kommen.

Das war eine große Freude. Wenn es schon an sich merkwürdig genug war, daß ich meinen Vater hier draußen sehen sollte, so gewann dies freudige Ereignis noch Bedeutung durch die Umstände, unter denen das Wiedersehen stattfinden sollte.

Angeregt durch meine Schilderungen des Landes hatte er, der früher schon in Amerika und Westindien wirtschaftliche Studien getrieben hatte, sich entschlossen, Deutsch-Ostafrika selbst zu sehen, um als Reichstagsabgeordneter ein eigenes Urteil über das Land zu bekommen. Bei seiner Abreise aus Deutschland brach der Aufstand in der Kolonie aus, und nun traf er mich mitten darin.

Mir war es lieb, daß ich ihm das Feld meiner Tätigkeit zeigen und ihm die Beruhigung mitgeben konnte, daß die Gefahren und Strapazen, an die man daheim immer zuerst denkt, aus der Nähe gesehen, gar nicht so groß sind.

Der Ort Kipei, vier Stunden unterhalb meines Lagers, wurde als Treffpunkt verabredet, und ich ging mit einer kleinen Askaribedeckung dorthin.

Als ich über ein abgemähtes Reisfeld ritt, sah ich meinen Vater von der anderen Seite kommen; mit Tropenhelm, in einem Khakianzug und mit einer Pistole an der Seite.

Ich sprang aus dem Sattel und lief ihm entgegen.

Herr John Booth, ein alter Afrikaner, hatte ihn hierher begleitet und wartete in dem Zeltlager am Flusse auf uns.