Zwei Tage blieben wir zusammen.

Wir ritten den Fluß hinauf, besuchten die heißen Quellen bei Utete, die Plätze, an denen Gefechte gewesen waren und meine Boma in Mayenge.

Was die Fruchtbarkeit des Landes betraf, so fand mein Vater seine Erwartungen schon jetzt weit übertroffen. Er bestätigte, was oft ausgesprochen worden ist, daß man trotz den vielen Schilderungen immer wieder dazu neigt, Begriffe zu verallgemeinern; daß selbst der Gebildete in Deutschland zu leicht irgendeine Nachricht aus Afrika auf alle afrikanischen Kolonien bezieht, und die widersprechenden Beobachtungen mit der Zeit einen gewissen Zweifel an den wirklichen Aussichten des Landes aufkommen lassen. Da hilft dann nur persönliche Anschauung.

Ich hatte die große Freude, in der Aufstandszeit meinen Vater zu sehen. Zwei Tage blieben wir zusammen, dann fuhr er stromab zur Küste.

Es ist falsch, zu sagen: „in Afrika“; denn Afrika ist groß und in seinen Teilen zu verschieden. (Oder zu sagen: „der Neger“; gerade dies hört man oft, und es ist noch viel verkehrter, als wenn jemand sagen wollte: „der Europäer“.) Man kann die Landwirtschaft in Deutschland auch nicht beurteilen, wenn man nur die Lüneburger Heide gesehen hat!

Gegen Abend des Tages nach unserm Zusammentreffen fuhren wir gemeinsam mehrere Stunden weit stromabwärts und waren noch eine Nacht unter einem Zeltdach zusammen. Am nächsten Morgen mußte mein Vater abreisen; denn der Gouvernementsdampfer erwartete ihn zu bestimmter Stunde in Salale, an der Mündung des Rufiyi.

Ich sah ihm noch lange nach, wie er im Boote stand und winkte, bis er weit unten, hinter einer Biegung des Stromes meinen Blicken entzogen wurde.

[11] Drei Rupien = vier Mark.