Was sagen Sie dazu?

Sie schütteln Ihren Kopf mit Recht.

NACHT IM HOTEL

IN der Nacht kroch mir etwas über das Gesicht. Davon wurde ich munter. Ich machte Licht und sah, daß es eine Raupe war. Sie hatte eine grasgrüne Hautfarbe und viele Borsten. Ich sprach zu ihr: «Du kommst mir ungelegen, Raupe! Warum störst du mich im Schlafe?» Die Raupe erwiderte: «Ich störe dich mitnichten im Schlafe; siehe denn, du träumst! Ich bin eine von dir geträumte Raupe. Oder, wenn du willst: Ich träume dir.» Ich wunderte mich ein wenig und sagte: «Wenn es sich so verhält, und du nur eine mir geträumte Raupe bist, so habe ich keine Veranlassung, dir zu zürnen. Aber verschone mich bitte und träume, wenn möglich, einem andern.» Die Raupe lächelte und kroch von hinnen.

Es mochte eine Viertelstunde verstrichen sein, da stach mich etwas. Davon erwachte ich und zündete Licht an. Da sah ich, daß es ein Floh war. Er hüpfte weg, aber ich sprach: «Zu deinem Besten will ich annehmen, daß nur ein geträumter Floh du bist; sonst möchte es dir übel ergehen, Freundchen. Laß gut sein und reize mich hinfort nimmer; ich könnte dir das Fell eklig über die Ohren ziehen.» Da kam der Floh aus dem Versteck hervor und entgegnete: «Ich bin kein geträumter Floh, mein Herr. Im Gegenteil: ich bin so ungeträumt wie überhaupt irgend möglich und liebe offene Karten. Darum sei Ihnen angesagt: Sie werden den Rest der Nacht in Schlaflosigkeit und Wut verbringen. Gott befohlen!» Ehe ich ihn greifen konnte, war er enthüpft. Ich lag lange wach und konnte nicht einschlafen. Endlich schlief ich.

Es mochte abermals eine Viertelstunde verstrichen sein, da hockte mir etwas auf der Brust. Davon erwachte ich. Als ich Licht anzündete, bemerkte ich mit Entsetzen, daß mir ein Känguruh zu schaffen machte. Es kauerte auf meinen Rippen und glupschte mich feindselig an. Ich sprach: «Es ist bereits das dritte Mal in dieser Nacht, daß man mich belästigt. Sie mögen geträumt sein oder nicht, ich habe nicht die geringste Lust, mich mit Ihnen zu befassen. Beehren Sie sonstwen mit Ihrem unerbetenen Besuche, aber nicht mich!» Sprach’s und drehte mich auf die andere Seite. Rasch schlief ich wieder ein. Mir träumte, daß ein Känguruh auf meiner Brust säße, das ich, um es loszuwerden, erdrosselte. Schwer schlug die Leiche zu Boden. Davon erwachte ich.

Im Zimmer lag die Leiche eines Känguruhs.

Im Waschbecken schwamm eine grasgrüne Raupe.

Ein Floh stach mich. Die Sonne schien durchs Fenster. Ich griff mir an den Kopf.

Es ist nicht geheuer auf der Welt.