In einem Lande, wo die Polizei so auf dem Damme ist wie in Deutschland, führt zwar mancher Weg nach Rom, aber er ist verboten.

K. mußte umkehren und sich des Planes, auf natürlichem Wege nach Rom zu gelangen, entschlagen.

«HÖHENLUFT»

Ein Roman aus den Tiroler Bergen
von
Paul Grabein

ist im Okt. 1916 als Ullstein-Buch — 1 M.! — erschienen. Ich habe das Buch gelesen — unter Aufgebot größter Energie. Ein paar Worte darüber und dazu.

Die Personen des Buches sind:

Karl Gerboth, Maler,
Hilde, seine Tochter,
Franz Hilgers, Maler,
Günther Marr, Leutnant.

Handlung: Franz hat seinen Jugendfreund Günther eingeladen. Günther leistet der Einladung — Erholungsurlaub — Folge. Auf Seite 19 trifft er, nach dem Dörfchen, in dem Franz wohnt, wandernd, eine Dame. Dies ist Hilde Gerboth. Sofort weiß man «alles», und es kommt auch tatsächlich «alles» so. Franz ist der einzige Schüler Karl Gerboths und Bräutigam eben jener Hilde, freilich, ohne daß diese darum weiß. Der alte Gerboth hat sich von der Welt zurückgezogen und schafft in aller Stille. Hilde wird von ihm behütet und betreut, daß es eine Art hat. Sie ist die Tochter einer Dame, die — als Gattin Gerboths — Temperament und etliches darüber hinaus besaß. Aus Angst, Hilde könne ihrer Mutter nachschlagen, läßt sie der alte Gerboth nicht von sich. Sie ist absolut naiv und ahnungslos. Sie weiß nicht Musik, Tramway, Kino, Theater, Börse, Bordell, Liebe, Geld, Börse (absichtlich 2 Mal) — kurz: was Leben ist. Das weiß sie nicht. Sie ist 20 Jahre alt. Und Franz ist ein Schwächling, ein thraniger, limonadiger Hampelmann. Er muß kurz nach Günthers Ankunft verreisen. Infolgedessen Solo-Szene zwischen Günther und Hilde. Aussprache — er schildert ihr die Welt und das Leben. Sie — die Freiheit lockt — verliebt sich in ihn. Sie will hinaus — in die sogenannte Welt. Sagt’s ihrem Vater. Der refüsiert. Hilde knickt zusammen. Günther trifft sie — tatsächlich durch Zufall! (Ich glaub’s! Wer noch?) — ein zweites Mal. Er redet ihr energisch zu. Franz kehrt zurück (aber das ging fix!) und erfährt durch Günther selbst, daß er, G., Hilde liebt und überhaupt: daß was los war. Franz zum alten Gerock oder Gehrock oder Gerboth: Höre mal, so und so — — und Gerboth spricht gründlich mit seinem Töchting. Klamauk. Sie will Franz nicht. Sie will Günther. Und in die Welt hinaus. Bon. Am Tag drauf hält Günther um ihre Hand an beim alten Klopstock. Der sagt Nein. Da sagt Günther: Dann heirat ich Ihre Hilde gegen Ihren Willen. Bumms. Aber der Alte — philosophisch! — gestattet eine letzte Aussprache zwischen Hilde und Günther, worin sie ihm erklärt, er dürfe hoffen, wenn er vor sie hinträte.

Am nächsten Tag reist Günther nicht ab, oh nein. Er kann nicht: eine richtige Lawine hat sich bemüht, herniederzugehen, und das ist ihr auch gelungen. Aber die gute Hilde, die irgendeinen Schafhirten hat retten wollen vom Hungertode, gerät mitsamst ihrem Freßkörbchen und dem Bernhardiner (aha!) in sie (die Lawinije) hinein.

Na, und Günther rettet sie selbstredend.